Polizei-Prozess: Blutspuren auf der Wache

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Im Prozess gegen den suspendierten Rosenheimer Polizeichef wegen Körperverletzung im Amt haben Gutachter von mehreren Schlägen gegen den Kopf des jugendlichen Opfers gesprochen. Sie sagten gestern übereinstimmend vor dem Landgericht Traunstein aus, dass der 15-Jährige mindestens zwei Schläge abbekommen hatte. Ob der Kopf des Schülers dabei von dem Angeklagten aktiv mehrmals gegen die Wand in der Polizeiwache geschlagen wurde, konnten die Gutachten aber nicht klären. Allerdings klinge die Darstellung des Jugendlichen und seiner Mutter plausibel, sagte ein Sachverständiger.

Der 51 Jahre alte Polizeichef bestreitet, den Kopf des gefesselten Burschen nach einer Schlägerei auf dem Rosenheimer Volksfest im Herbst 2011 an die Wand geschlagen zu haben. Er gab aber bei seiner Vernehmung am ersten Prozesstag Kniestöße und Ohrfeigen zu.

Ein DNA-Analytiker von der Münchner Rechtsmedizin ging in seinem Gutachten davon aus, dass aufgrund der Blutspuren an der Wand der Polizeiwache der Kopf des Jugendlichen mehrmals gegen diese Wand geschlagen sein muss. Auch der Kiefer-Experte führte das Abbrechen eines Zahnes und das Aufplatzen der Unterlippe auf mehrere Stöße zurück. Auch schloss er aus, dass die Verletzungen des Opfers von der vorangegangenen Schlägerei stammten. Ein Biomechaniker sprach ebenfalls von mindestens zwei Gewalteinwirkungen gegen den Kopf des inzwischen 16-Jährigen.

Für Verwunderung beim Gericht sorgten die Zeugenaussagen der an dem Einsatz im September 2011 beteiligten Polizisten. Keiner der überwiegend jungen Beamten konnte sich an Details des Geschehens auf der eigens für das Herbstfest errichteten Polizeiwache erinnern.

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