Panda-Mania in Berlin

Den Zwölf-Stunden-Flug und den riesigen Rummel um ihre Ankunft haben die beiden Panda-Bären Meng Meng und Jiao Qing gut überstanden.

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Meng Meng lugt auf dem Frachtterminal in Schönefeld zum ersten Mal aus seiner Transportbox.  Foto: 

Unzählige Augenpaare und Kamera-Objektive sind auf den schlichten Eingang des Flughafen-Cargo-Centers gerichtet. „Hier ist ja mehr los als bei Obama“, staunt ein Fotograf, der sich mit den Kollegen auf einer umzäunten Medien-Tribüne in der noch völlig ungenutzten Lufthansa-Halle drängelt. Doch Meng Meng (Träumchen) und Jiao Qing (Schätzchen), die am Samstagnachmittag als erste Passagiere auf dem ewig unfertigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg landen durften, lassen auf sich warten.

Schon auf dem Rollfeld wurden sie empfangen wie Staatsgäste. Die Lotsen haben Bambusstäbe an ihren Kellen. Die Flughafenfeuerwehr schickt Wasserfontänen in den Himmel. Die Piloten des Sonderflugs aus Cheng­du halten deutsche und chinesische Fahnen aus dem Cockpit. Doch dann werden die prominenten Passagiere länger als erwartet von zig Zoll-Mitarbeitern inspiziert und vom Flughafen-Tierarzt gescheckt.

„Der macht das wahrscheinlich besonders ausführlich, weil er noch nie die Gelegenheit hatte, Panda-Bären zu untersuchen“, mutmaßt Andreas Knieriem (51). Der Berliner Zoochef muss die Wartezeit mit Anekdoten versüßen. So berichtet er, wie die Gitterstäbe der Transportkäfige mit Bambusduft eingesprüht wurden und dass das vierjährige Weibchen an ihren nur drei rolligen Tagen im Jahr Meerschweinchen-Laute von sich gibt.

Liebestunnel als Verbindung

Über einen Liebestunnel im neuen Zehn-Millionen-Euro-Gehege sollen sich die beiden Sex-Muffel, die sich nur durch eine Scheibe der chinesischen Quarantänestation kennen, paaren können. „Eine arrangierte Ehe, aber keine Zwangsheirat“, betont Knieriem.

Seine Mitarbeiterinnen weisen derweil Journalisten und Fotografen an, keine lauten Geräusche zu machen und keinen Blitz zu benutzen. „Wir wollen doch unsere Neu-Berliner nicht verschrecken.“

Nach zwei Stunden wird die wertvolle Fracht endlich in die Halle des Geisterflughafens gekarrt. „Ah“ und „Oh“ ertönt es aus den Reihen, als Knopfaugen durch die Plexiglasscheibe lugen. Schon beim Ausladen aus der Sondermaschine  hatte jede Tatze, die am Käfiggitter erschien, für größtes Entzücken gesorgt. Ganz nah heran dürfen dann aber freilich nur die ganz hohen Tiere und das auch nur kurz.

In den nächsten Tagen sollen sich die beiden Bären erst einmal in Ruhe eingewöhnen. In ihrem neuen Zoo-Gehege mit Pavillons, Kletterspielplatz und Klimaanlage werden Träumchen und Schätzchen dann ab dem 6. Juli zu sehen sein.

Von 23 bis 6 Uhr haben die Pandas  in ihrer ersten Nacht in der Fremde tief und fest geschlafen, verriet eine Zoo-Sprecherin am Sonntag. Mit viel frischem Bambus aus der Heimat und Haferplätzchen nach chinesischem Rezept aus der Zoo-Bäckerei sollen sie sich in Ruhe an die neue Heimat gewöhnen, in der sie 15 Jahre bleiben sollen. neu

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