Opulente Familiensaga um das Berliner Hotel Adlon

Rund zehn Millionen Euro hat die Hotelsaga über das Adlon gekostet. Das Hochglanzepos ist prominent besetzt. Im Interview spricht Regisseur Uli Edel über die Entstehung des Dreiteilers und über Privates.

|
Vorherige Inhalte
  • Heino Ferch als Louis Adlon und Marie Bäumer als seine Ehefrau. In weiteren Rollen: Wotan Wilke Möhring, Katharina Wackernagel und Jürgen Vogel. Foto: dpa 1/2
    Heino Ferch als Louis Adlon und Marie Bäumer als seine Ehefrau. In weiteren Rollen: Wotan Wilke Möhring, Katharina Wackernagel und Jürgen Vogel. Foto: dpa
  • 2/2
Nächste Inhalte

Herr Edel, sind Sie selbst eigentlich ein pflegeleichter Hotelgast?

ULI EDEL: Ich habe in meinem Leben wahrscheinlich mehr in Hotels gewohnt als zu Hause. Während der Arbeit am "Baader Meinhof Komplex" habe ich 250 Tage am Stück in einem einzigen Hotel gelebt. Wenn man so eine lange Zeit in einem Hotel verbringt, kennt man irgendwann das ganze Personal und fühlt sich als Teil des Inventars (lacht). Übrigens gab es auch im Adlon früher Leute, die da fest gewohnt haben, weil es dort Anfang des 20. Jahrhunderts moderne Einrichtungen wie Zentralheizung, Badezimmer und Fahrstuhl gab. Reiche Adelige verkauften deshalb ihre veralteten Stadtwohnungen und zogen ins Adlon, nachdem das Hotel 1907 eröffnet worden war.

Was ist denn für Sie der größte Luxus, den ein Hotel haben kann? Dass man sich nachts um zwei noch Champagner und Kaviar aufs Zimmer kommen lässt?

EDEL (lacht): Das ist mehr was für Leute, die kurz in einem Hotel wohnen und es dann ganz toll finden, sich bedienen zu lassen. Wenn man wie ich beruflich lange in Hotels wohnt, bestellt man sich in der Regel nachts keinen Champagner aufs Zimmer, sondern versucht zu schlafen. Luxus bedeutet für mich, dass ich in einer preisgünstigen Suite eine Kochnische habe, damit ich mir auch mal selbst was kochen kann. Und es ist mir wichtig, dass ich abends vielleicht noch ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen kann.

Haben Sie schon im Adlon gewohnt?

EDEL: Ich habe schon mehrmals im Adlon gewohnt, wenn ich mich in Berlin aufhielt. Auch hatte ich mich ja schon vor Jahren intensiv mit der Geschichte des Hotels beschäftigt und an einer Drehbuchversion gearbeitet. Deshalb bin ich jetzt besonders froh, dass ich dieses Projekt endlich realisiert habe.

Was ist an diesem Hotel so faszinierend, dass Sie seine Geschichte unbedingt verfilmen wollten?

EDEL: Es gibt ja das alte und das 1997 eröffnete neue Adlon, das sollte man nicht verwechseln. Das alte Adlon ist 1945 abgebrannt, nachdem es alle Bombardierungen Berlins überlebt hatte. Als die Russen Berlin eingenommen hatten, bezogen sie das noch intakte Hotel. Aber dabei ist es unter nicht ganz geklärten Umständen abgebrannt. Das Adlon hat allein durch seinen Standort am Brandenburger Tor, wo im 20. Jahrhundert immer wieder Geschichte geschrieben wurde, eine einzigartige Bedeutung. Die Idee, das Jahrhundert zu erzählen, wie es sich in den vier Wänden dieses Hotels dargestellt hat, hat mich sehr gereizt.

Hat bei Ihrer großen Begeisterung für das Hotel-Thema auch Ihr familiärer Hintergrund eine Rolle gespielt?

EDEL: Das spielte natürlich auch eine ganz wichtige Rolle, dass ich selbst aus einer Gastronomenfamilie komme und viel Persönliches in die Geschichten um das Hotel mit einfließen lassen konnte. Meine Eltern führten ein Restaurant in der Nähe von Freiburg, mein Bruder und weitere Verwandte hatten Hotels, deshalb weiß ich, was es heißt, in einem solchen Familienbetrieb aufzuwachsen und was da hinter den Kulissen passiert. Natürlich in einem bedeutend kleineren Rahmen als im mondänen Adlon.

Info Das ZDF zeigt "Das Adlon. Eine Familiensaga" am 6., 7. und 9. Januar jeweils um 20.15 Uhr.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Albi: Edeka übernimmt Mitarbeiter

Der Edeka-Verbund hat am Freitag das komplette Unternehmen der Albi GmbH & Co. KG in Bühlenhausen übernommen. weiter lesen