Nikolaus, Du guter Gast: Wissenswertes rund um den Nikolaustag

Am 6. Dezember gibt es was in die Stiefel: An diesem Tag wird Nikolaus gefeiert. Doch was hat es damit auf sich?

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Mit Mitra und im Bischofsgewand: Zeichen für den Nikolaus und nicht für den Weihnachtsmann.  Foto: 

Am 6. Dezember, der 2017 auf einen Mittwoch fällt, werden wieder viele Kinder ihre Stiefel und Schuhe vor die Türe stellen und auf Geschenke vom Nikolaus hoffen. Dem Brauch nach erhalten Kinder, die brav waren, Schokolade, Nüsse oder Mandarinen, unartige Kinder nimmt sich Knecht Ruprecht oder Krampus vor.

Doch was hat es mit dem Brauch auf sich? Und gab es den heiligen Sankt Nikolaus wirklich?

Wer war der heilige Nikolaus?
Der Mann mit weißem Bart, Mitra und Bischofsstab, den wir heute kennen, geht auf die historische Person Nikolaus von Myra zurück. Über ihn ist nur wenig bekannt. Als gesichert gilt, dass er zwischen 270 und 286 n. Chr. geboren und mit 19 Jahren zum Bischof geweiht wurde. Er wirkt in Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, das in der heutigen Türkei liegt. Er soll seinen geerbten Reichtum unter den Armen verteilt haben. Sein Todestag ist der 6. Dezember.

Legenden rund um Nikolaus
Rund um Nikolaus ranken sich zahlreiche Legenden und Geschichten. Die bekanntesten:

Die Mitgiftspende
Ein Mann wollte seine drei Töchter zu Prostituierten machen. Die Familie war arm und konnte sich die Mitgift für die Töchter nicht leisten. Nikolaus, der ein großes Erbe hatte, erfuhr von der Notlage. Drei Abende lang ging er zum Haus der Familie und warf je einen großen Goldklumpen durch das Zimmerfenster der Schwestern. In der dritten Nacht entdeckte ihn der Vater, fragte ihn nach seinem Namen und dankte ihm für die Gabe. Nun konnte er seine Töchter mit einer Mitgift ausstatten. Aufgrund dieser Erzählung wird Nikolaus heutzutage oft mit drei goldenen Kugeln dargestellt.

Das Kornwundern
Eine andere Legende spielt während einer großen Hungersnot. Nikolaus, der Bischof von Myra, erfuhr, dass im Hafen der Stadt ein Schiff mit Getreide an Bord ankerte. Doch dieses war für den Kaiser von Byzanz vorgesehen. Er bat die Seeleute dennoch einen Teil des Korns auszuladen, um den Leuten in der Stadt zu helfen. Diese lehnten jedoch zuerst ab, da das Korn genau abgewogen war. Erst als Nikolaus ihnen versprach, dass ihnen kein Schaden entstehen würde, stimmten sie zu. Beim Kaiser stellten die Seeleute verwundert fest, dass das Gewicht der Ladung sich trotz den entnommenen Menge nicht verändert hatte. Von dem gespendeten Korn konnte sich die Bevölkerung noch weitere zwei Jahre ernähren.

Rettung der Seeleute
Seeleute gerieten in einen schweren Sturm. Sie riefen den heiligen Nikolaus an. Ihnen erschien ein Mann, der das Steuer übernahm und sogar den Sturm zum Abflauen brachte. Danach verschwand er. Die Seeleute wollten in der Kirche von Myra zum Dank für ihre Rettung beten, erkannten dort Nikolaus als ihren Retter und dankten ihm. Wegen dieser und ähnlicher Legenden gilt Nikolaus auch als Patron der Seefahrer.

Was hat es mit dem Stiefel rausstellen vor dem Nikolausabend auf sich?
Das Füllen der Stiefel geht unter anderem auf die Mitgiftlegende zurück. Es gab im 15. Jahrhundert aber auch noch den Brauch des „Schiffchensetzen“. Aus Papier wurden kleine Schiffen gebastelt, in die Nikolaus seine Gaben legen sollte. Die Schiffe wurden später durch Stiefel und Schuhe ersetzt.

In vielen Ländern gab es am Nikolaustag auch die Weihnachtsbescherung. Erst durch die Ablehnung der Heiligenverehrung der Reformation änderte sich dies. Seither bringt Weihnachtsabend das Christkind die Geschenke.

Und was hat es mit Knecht Ruprecht oder Krampus auf sich?
Ab dem 17. Jahrhundert bekam der gütige Nikolaus in manchen Regionen und Ländern einen Begleiter an die Seite gestellt: Krampus oder Knecht Ruprecht. Dieser sollte die unartigen Kinder tadeln und bestrafen. Je nach Region oder Land hat Nikolaus’ Begleiter einen anderen Namen oder eine andere Erscheinungsform.

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Nikolaus? Weihnachtsmann? Wo ist der Unterschied?
Immer die gleiche Verwirrung: Sind der Weihnachtsmann und der Nikolaus nun ein und derselbe? Nein, sind sie natürlich nicht.
Nikolaus beruht auf der historischen Person. Er wird in der Ordenstracht eines Bischofs dargestellt.

Der Weihnachtsmann basiert auf Sinterklass, einer Figur aus den Niederlanden. Diese kam gemeinsam mit niederländischen Auswanderern nach Amerika, wo sie sich zu Santa Claus entwickelte und verschmolz zunehmend mit Father Christmas, den wiederum britische Einwanderer mitgebracht hatten.
Großen Einfluss auf das Aussehen des Weihnachtsmannes hatte das Gedicht „Twas the Night before Christmas“ aus dem Jahr 1823. Darin wird er als Elfe mit rundlichem Gesicht, rosigen Wangen und weißem Rauschebart beschrieben. Dieses Bild nahm der Karikaturist Thomas Nast auf, der den Weihnachtsmann erstmals in einer Ausgabe des Wochenmagazins „Harper’s Weekly“ 1863 zeichnerisch darstellte.
Da dem Weihnachtsmann eine eigene Liste hat mit den artigen und artigen Kindern angedichtet wurde, wurde ein Begleiter wie der Krampus unnötig.

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Übrigens: Die Behauptung, dass Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden habe, stimmt so nicht. Für eine Werbekampagne griff der Getränkehersteller lediglich auf die Darstellung von Nast zurück und machte den Weihnachtsmann so weltweit bekannt.

Nikolaus als Schutzpatron

Nicht nur für die Seeleute ist Nikolaus der Schutzheilige. Auch für Kaufmänner, Rechtsanwälte, Apotheker, Metzger und Bäcker - um nur ein paar Beispiele zu nennen - ist er der Schutzheilige. Ebenso ist er unter anderem der Schutzpatron von Pilgern, Reisenden, Liebenden, aber auch der Diebe und der Prostituierten sowie der Gebärenden und Kinder. Zudem ist er unter anderem der Schutzpatron von Russland, Kroatien und Serbien.
Die Bäcker gedenken Nikolaus im Übrigen mit den Spekulatius-Keksen: Diese stellen Figuren oder Gegenstände aus den Legenden rund um den Heiligen dar.

Bauernregeln rund um Nikolaus

„Regnet es an Nikolaus/wird der Winter streng, ein Graus.“

„Trockener St. Nikolaus,/milder Winter rund um's Haus.“

„Fließt zu Nikolaus noch Birkensaft,/dann kriegt der Winter keine Kraft. „

„St. Nikolaus/spült die Ufer aus.“

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