Niemand hat im "Stern des Ostens" überlebt

432 Leichen sind aus dem Flusskreuzfahrtschiff "Stern des Ostens" geborgen worden, das vor einer Woche auf dem Jangtse in China gekentert ist. Das Schiff war am Freitag aufgerichtet worden.

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432 Leichen sind aus dem Flusskreuzfahrtschiff "Stern des Ostens" geborgen worden, das vor einer Woche auf dem Jangtse in China gekentert ist. Das Schiff war am Freitag aufgerichtet worden. Die Hoffnung, in der einen oder anderen Kabine könne jemand in einer Luftblase überlegt haben, hat sich zerschlagen.

Zum Gedenken an die Opfer sind die Arbeiten am Schiffswrack gestern unterbrochen worden. Schiffssirenen heulten auf, als sich Verkehrsminister Yang Chuantang und Mitglieder der Bergungstrupps zum Zeichen ihrer Trauer verbeugten.

Elf Insassen sind gestern noch vermisst worden. Direkt nach dem Unglück waren 14 Menschen gerettet worden. Der "Stern des Ostens" war am Montag mit 456 Menschen an Bord nach einem Wirbelsturm gesunken. Anders als Schiffe in der Nähe war der "Stern des Ostens" nach einer Sturmwarnung nicht vor Anker gegangen. Die meisten Passagiere waren ältere Menschen.

Viele Angehörige, die zum Jangtse gekommen waren, zeigten sich wütend, weil die Behörden den Zugang zum Unglücksort gesperrt und für die Medien eingeschränkt hatten. 1200 Angehörige waren gekommen. "Alles was wir tun, ist warten", sagte Jin Weifeng aus Shanghai. Ein älterer Mann fügte hinzu, er erhalte als Auskunft "nur Unwahrheiten".

Auf der Internetplattform WeChat veröffentlichten Angehörige eine Petition, in der sie eine "formelle Entschuldigung" der chinesischen Regierung und eine umfassende Untersuchung verlangten. Sie forderten außerdem die Todesstrafe für den Kapitän des Schiffes, dem sie vorwerfen, die Fahrt trotz der Warnung fortgesetzt zu haben.

Die Katastrophe auf dem Jangtse war das schlimmste Schiffsunglück in China seit fast 70 Jahren. Im Jahr 1948 war die "SS Kiangya" nahe Shanghai gesunken. Damals starben rund 4000 Menschen.

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