Nach einer Krebserkrankung zurück in den Job

Oft ist nach einer schweren Krebserkrankung auch im Beruf nichts mehr wie zuvor. Wer in den Job zurückkehrt, sollte gut in sich hineinhören.

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Christiane Poel ist ein Jahr nach der Diagnose Krebs in ihren Beruf zurückgekehrt.  Foto: 

Im Nachhinein kann Christiane Poel ihrer Krebserkrankung sogar etwas Gutes abgewinnen. Sie achte seither viel stärker auf ihre Gesundheit und ihre Bedürfnisse. Und sie habe viel Unterstützung erfahren – auch von ihrem Arbeitgeber. Vielleicht ist ihr deshalb etwas gelungen, was keinesfalls selbstverständlich ist: Sie ist nach einer schweren Brustkrebserkrankung erfolgreich in den Beruf wieder eingestiegen.

Früher hat die Diagnose Krebs in vielen Fällen fast automatisch Frühverrentung bedeutet. „Egal, wie jung die Menschen bei der Diagnose waren, aus dem Erwerbsleben waren sie meistens raus“, sagt Marie Rösler von der Bremer Krebsgesellschaft, die seit 30 Jahren auch zum Thema Wiedereinstieg in den Beruf berät. Inzwischen habe die Medizin jedoch große Fortschritte gemacht. Immer häufiger sei es möglich, dass Menschen nach der Erkrankung wieder in den Job einsteigen. „Wichtig ist, nichts zu überstürzen“, sagt Rösler.

Christiane Poel hat durch ihre Krebserkrankung insgesamt ein Jahr lang im Beruf ausgesetzt. Poel und ihr Arbeitgeber entschieden sich danach für einen schrittweisen Wiedereinstieg im Rahmen eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Das BEM muss der Arbeitgeber immer dann anbieten, wenn jemand mehr als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt im Jahr arbeitsunfähig ist. Eine Möglichkeit kann etwa eine schrittweise Erhöhung der Stundenzahl beim Wiedereinstieg sein, erklärt Rösler.

Empfehlenswert sei es, sich mit anderen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind, sagt Sabine Schreiber vom Verein „Leben nach Krebs“. Betroffene stehen nach so einer Erkrankung vor der Frage, wie belastbar sie sind. „Es ist wirklich wichtig, gut in sich hineinzuhorchen“, sagt Rösler. Sie rät davon ab, mit der Einstellung zurückzukehren, dass die Kraft schon wiederkommt, wenn man erst einmal wieder arbeitet. Besser sei es umgekehrt: erst dann wieder einzusteigen, wenn man sich  richtig fit fühlt.

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