Monsunregen über Berlins Mitte

Heftige Gewitter mit starkem Regen haben Berlin heimgesucht. Viele Straßen waren überflutet, die Aufräumarbeiten dauerten gestern noch an.

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Geparkte Autos im Gleim-Tunnel wurden weggeschwemmt.  Foto: 

Schlammverkrustet, kreuz und quer ineinander geschoben – so standen noch am gestrigen Vormittag zahlreiche Autos mitten im Berliner Gleim-Tunnel. Ein Starkregen, wie er laut Meteorologen nur „alle 50 Jahre“ vorkommt, hatte am Mittwochabend geparkte Fahrzeuge erst bis zum Dach überflutet und dann etliche von ihnen in die tief abgesenkte Unterführung zwischen Wedding und Prenzlauer Berg geschwemmt.

Der alte Tunnel, eine wichtige Ost-West-Verbindung, wurde erst einmal gesperrt, möglicherweise besteht Einsturzgefahr. Auch viele Straßen und einige U-Bahn-Stationen waren derart überflutet, dass sie über Stunden unpassierbar wurden.

Die Aufräumarbeiten dauerten gestern noch an. Manche Bilder erinnerten an frühere Überschwemmungen an Oder und Elbe – doch Schwerpunkt des Unwetters war das Zentrum der Hauptstadt,  In wenigen Stunden fiel so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat: Binnen zwei Stunden wurden nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zwischen 40 und 50 Liter pro Quadratmeter gemessen, die vom Himmel prasselten. Diese Mengen seien außergewöhnlich, erklärte BWB-Sprecher Stephan Natz. Sie würden einem Monsunregen entsprechen.

Die Feuerwehr musste den Ausnahmezustand ausrufen, um unzählige Keller und Unterführungen von den Wassermassen zu befreien. Über 1200 Einsatzkräfte hielt das Gewitter bis zum späten Abend in Atem. Die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) stoppte mehrere Buslinien, auch der Verkehr auf der U-Bahn-Linie 2 wurde zeitweise eingestellt.

Die Kanalisation war von dem Guss zeitweise völlig überfordert, so dass in vielen Häusern die Wassermassen durch Höfe und Durchgänge strömten. Selbst das Flüsschen Panke, im Berliner Stadtgebiet an manchen Stellen normalerweise gerade mal knietief, trat an einem defekten Wehr über die Ufer.

Zuletzt hatte sich die nur 27 Kilometer lange Panke im Jahr 1902 in einen reißenden Fluss verwandelt: Damals spülten die Wassermassen Böschungen weg und rissen Brücken aus ihrer Verankerung.

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