Moderne Weine: Flügelflitzer in Flaschen

Namen sind beileibe nicht Schall und Rauch. Das wissen auch die Winzer, die ihren Weinen immer süffigere Namen geben - ob „Flügelflitzer“ oder „Zuckerschnute“.

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Eine Flasche Rotwein.  Foto: 

Goethe irrt, wenn er seinen Faust behaupten lässt, „Name ist Schall und Rauch“. Auf dem hart umkämpften deutschen Weinmarkt entscheidet immer häufiger, was auf dem Etikett steht, gerne farbig und fantasievoll. Der Discounter Aldi, der jährlich um die 170 Millionen Flaschen verscherbelt, bietet gerade „Tanzmaus“ „Zuckerschnute“ und „Wuchtbrumme“ an. Der Inhalt, so scheint es, ist weniger wichtig. Die Botschaft auf der Bouteille zählt. Nach langweiligen Lagebezeichnungen fragt die Zielgruppe kaum, wenn es sich nicht um den „Kröver Nacktarsch“ handelt.

Dem Trend will sich auch die Genossenschaft in Heilbronn nicht verschließen. Als Sponsor der badischen Bundesliga-Kicker von der TSG 1899 Hoffenheim hat die württembergische Kooperative jetzt einen Sekt und zwei Weine abgefüllt. Der prickelnde Riesling heißt „Zauberfuß“, der Rotwein „Edeltechniker“ und der Weiße „Flügelflitzer“. Die Namen haben die Marketing-Spezialisten des Clubs vorgegeben. Damit dürften sie den Zeitgeist eher treffen als die Kollegen vom VfB Stuttgart, die sich mit „Offensive“ und „Defensive“ begnügen.

Die weinhaltigen Erfrischungsgetränke sind allerdings nicht für die Fußballer der TSG selber gedacht. Nicht einmal vor der gestrigen Premiere im Europa-Pokal durften sie sich ein Gläschen genehmigen, versicherte Manager Hansi Flick. Da mussten sie sich eben am eigenen Spiel berauschen.

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