Mit Pistole auf dem Tisch getanzt: Kritik an Berliner Polizei

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Sie sollten in Hamburg für Sicherheit rund um den G20-Gipfel sorgen – doch sie feierten, als wären sie auf der Reeperbahn. Hamburg hat 300 Bereitschaftspolizisten aus Berlin nach Hause geschickt, weil sich Kollegen während einer wohl aus dem Ruder gelaufenen Feier in der Unterkunft komplett daneben benommen haben sollen.

Zwei Beamte sollen Sex an einem Zaun gehabt haben, eine Beamtin habe, nur im Bademantel und mit der Waffe in der Hand, auf dem Tisch getanzt, andere hätten in der Öffentlichkeit uriniert. So lauten die Vorwürfe, die am Dienstag an die Berliner Polizeiführung herangetragen wurden. „Uns hat das auch überrollt. Wir haben nun von allen Kollegen Stellungnahmen angefordert und müssen das erst einmal prüfen“, sagte eine Sprecherin im Berliner Präsidium geschockt.

Die Hansestadt hatte schon am Montagabend Konsequenzen gezogen und die drei Berliner Hundertschaften der Stadt verwiesen. Eigentlich sollten die Beamten bis nächsten Mittwoch bei den Vorbereitung des Politiker-Treffens aushelfen. Während des G20-Gipfels kommende Woche sollten weitere Helfer aus Berlin kommen. Durch den Skandal wäre es nun durchaus möglich, dass Hamburg darauf verzichtet.

„Es kann nicht sein, dass ein paar einzelne Beamte die ganze Berliner Bereitschaftspolizei in Verruf bringt“, ärgert sich Benjamin Jendro, der Sprecher der Berliner Polizeigewerkschaft. „Man muss genau schauen, wer da in Hamburg freigedreht hat, und nicht gleich das ganze Team mit in Haftung nehmen.“ Auch er spricht sich dafür aus, bei Fehlverhalten rechtliche Konsequenzen zu ziehen.

Alkoholkonsum alleine sei aber zum Beispiel kein Vergehen. „Bei einem Dienst von 14 bis 22 Uhr in Hamburg können die Beamten ja schlecht nach Hause fahren.“  Stattdessen verbrächten die Berliner Polizisten in der Unterkunft eine Art „fiktive Freizeit“, in der das Trinken durchaus erlaubt ist. Weil die 24-Stunden-Bereitschaft erst während des Gipfels angeordnet wird, dürften die Beamten auch nur ein Drittel der Nachtstunden als Überstunden anrechnen. „Das ist ein grundsätzliches Problem, auch, weil das jedes Bundesland anders händelt“, erklärt Jendro.

Die Hamburger hatten laut der Berliner „B.Z.“ bereits mit einem ungebührlichen Verhalten der Berliner Einsatzkräfte gerechnet. Aus einer gemeinsamen Zeit beim Castor-Einsatz in Gorleben habe sich der Hamburger Polizeiführer Hartmut Dudde erinnern können, wie exzessiv die Berliner außerhalb des Dienstes „feiern“, berichtete das Blatt.

Deshalb habe man bewusst eine ehemalige Asylbewerber-Unterkunft auf einem Kasernengelände weitab der Innenstadt für die Berliner Kollegen ausgesucht und den Ordnerdienst angewiesen, Verstöße zu dokumentieren.

Ohne Fernsehen und Freizeitangebote ist dort den Polizisten am Abend scheinbar schnell die Decke auf den Kopf gefallen. Man habe zwischen den Einsätzen „aufeinander gehockt“ und sich „gelangweilt“ hieß es als Entschuldigung.

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