Mit dem richtigen Dreh in die Sommerzeit

Von Samstag auf Sonntag werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Doch in welche Richtung wird gedreht? Eselsbrücken können weiterhelfen.

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Wer beim Paulchen-Panter-Lied an der Uhr gedreht hat, ist nicht eindeutig geklärt. Dass am kommenden Sonntag alle Bundesbürger an ihren Zeitmessern drehen, ist hingegen kein Geheimnis.

Vielmehr eine Herausforderung. Zumindest für einige. Denn auch wenn die meisten bereits etliche Zeitumstellungen hinter sich haben, will sich die Routine nicht so richtig einstellen. In welche Richtung muss gedreht werden? Und was genau bedeutet das Vor- oder Zurückstellen nochmal? An diesem Punkt tut sich schnell eine existenzielle Frage auf: Heißt Vorstellen, dass man eine Stunde geschenkt bekommt oder früher als gewollt aus den Federn muss? Eselsbrücken können helfen, diese Fragen zu beantworten und das Dilemma in den Griff zu bekommen.

Los gehts mit der so genannten Straßencafé-Faustregel. Diese versucht, die Verwirrung mithilfe einer Möbelrück-Aktion aufzulösen. Nämlich so: Im Frühjahr werden die Stühle "vor" das Café gestellt. Im Winter gehts für das Mobilar "zurück" in die Räumlichkeiten. Gleiches gilt für die Uhr.

Eine weitere Eselsbrücke ist die Abwandlung eines physikalischen Vorganges: Wenn es im Frühjahr wärmer wird, dehnt sich die Zeit aus. Für die Uhr heißt das, sie wird vorgestellt. Im Herbst wird es kälter, und die Zeit zieht sich zusammen, folglich wird die Uhr zurückgestellt. Wem dieses Beispiel zu abstrakt ist, dem könnte dieses gefallen: Im Winter hats Minusgrade, deshalb wird die Uhr zurückgestellt. Im Sommer dagegen hat es Plusgrade und die Uhr wird vorgestellt.

Wer es international mag, kann auf eine Eselsbrücke aus dem englischsprachigen Raum zurückgreifen, die "spring forward, fall back" heißt. Die Richtung der Uhr-Umstellung erklärt sich, wenn man die Worte "spring" (Frühling) und "fall" (Herbst) englisch liest und deutsch denkt. Übersetzt bedeutet das nämlich soviel wie im Frühling springt die Zeit nach vorn, im Herbst fällt sie zurück. Und noch eine Eselsbrücke für Chauvinisten: Im Frühling kommen mehr leicht bekleidete Frauen "vor", im Herbst geht das "zurück".

Was aber bedeutet das Vor- und Rückstellen der Uhr für den Schlafrhytmus? Bei der Umstellung auf die Sommerzeit am letzten Sonntag im März folgt auf die "alte" Urzeit 1:59:59 die "neue" 3:00:00 - das heißt die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gibt es nicht.

Bevor jetzt verärgerte Rufe laut werden, muss erwähnt werden, dass

die "ausgefallene" Stunde an jedem letzten Sonntag im Oktober zurückgegeben wird. Beim Zurückstellen der Uhr von 2:59:59 auf 2:00:00 Uhr gibts die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gewissermaßen gleich zweimal.

Ob das diejenigen besänftigt, deren Biorhythmus bei jeder Umstellung Kapriolen schlägt? Oder diejenigen, die sich am kommenden Montagmorgen am liebsten nochmal im Bett umdrehen würden und sich um eine Stunde Schlaf betrogen fühlen? In vielen deutschen Haushalten könnte es dann ganz in Paulchen-Panther-Manier heißen: Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät . . .

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