Loveparade: Angehörige wollen Prozess

Die Mutter eines Loveparade-Opfers von Duisburg will einen Strafprozess erreichen. 362 000 haben diese Petition unterschrieben.

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Sechs Jahre nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten haben Hinterbliebene am Montag dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf 350 000 Unterschriften für die Aufarbeitung der Tragödie in einem Strafprozess übergeben. Die bei einer Online-Petition gesammelten Unterschriften wurden der Verwaltung des Gerichts zugestellt. Das OLG wird demnächst darüber entscheiden, ob der vom Duisburger Landgericht abgelehnte Strafprozess doch noch stattfinden wird.

OLG-Sprecher Andreas Vitek erklärte, jeder mitfühlende Mensch habe „großes Verständnis für das Bedürfnis der Hinterbliebenen, aller Opfer der Loveparade-Katastrophe sowie der Öffentlichkeit, die Gründe und Ursachen dieser Tragödie zu erfahren“.

Das Landgericht Duisburg hatte Anfang April die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen zehn Beschuldigte wegen der Loveparade-Tragödie zurückgewiesen und die Hauptverfahren nicht eröffnet. Dagegen legten Staatsanwaltschaft und Opferanwälte sofortige Beschwerde beim OLG Düsseldorf ein.

„Nach Eingang der Begründungen und der Verfahrensakten beim Oberlandesgericht Düsseldorf wird ein Strafsenat über die Beschwerden zu entscheiden haben“, hieß in in einer Mitteilung des Düsseldorfer Gerichts. Einen Zeitrahmen für die Entscheidung nannte das Gericht nicht. Parallel zur Beschwerde von Staatsanwaltschaft und Anwälten gegen die Landgerichtsentscheidung hatte die Mutter eines Loveparade-Opfers die Onlinepetition gestartet.

Bei der Duisburger Loveparade am 24. Juli 2010 waren in einem Gedränge am Zugangsbereich des Veranstaltungsgeländes 21 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen zehn Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Loveparade-Veranstalters.

Ihre Anklage stützte die Staatsanwaltschaft vor allem auf ein Gutachten des britischen Sachverständigen Keith Still zu dem tödlichen Gedränge. Das Landgericht Duisburg stufte das Gutachten jedoch wegen „schwerwiegender inhaltlicher und methodischer Mängel“ als „nicht verwertbar“ ein.

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