Immer mehr Internet-Nutzer von weltweiter Hacker-Attacke betroffen

Die neue weltweite Cyber-Attacke auf Computersysteme weitet sich offenbar aus.

|
Botschaft der Cyber-Erpresser  Foto: 

Das auf Internet-Sicherheit spezialisierte Unternehmen Kaspersky Labs sprach am Mittwoch von mehr als 2000 Opfern allein in den offensichtlich besonders betroffenen Ländern Russland und Ukraine. Auch aus deutschen Unternehmen wurden Probleme gemeldet; in Indien traf die Attacke unter anderem den größten Container-Hafen des Landes in Mumbai.

Die offensichtlich zu Erpressungszwecken verbreitete Schadsoftware war am Dienstag erstmals aufgetreten. Zunächst hieß es unter anderem von Seiten des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), es handele sich um eine Variante des bereits bekannten Typs "Petya". Von Kaspersky Lab hieß es allerdings am Mittwoch, man gehe von einer neuartigen Erpressungssoftware aus, "die zuvor noch nicht aufgefallen ist".

Ähnlichkeiten gibt es offensichtlich mit dem Angriff vor wenigen Wochen mit der Schadsoftware "WannaCry". Es werde die gleiche Schwachstelle auf Microsoft-Rechnern ausgenutzt, erklärte BSI-Präsident Arne Schönbohm. Diese war zuvor offensichtlich vom US-Geheimdienst NSA genutzt worden. Als dieser dann selbst Opfer eines Hackerangriffs wurde, gelangten die Informationen über die Schwachstelle in die Hände Krimineller.

Die neue Software verschlüsselt Daten auf infizierten Rechnern offenbar vorwiegend von Unternehmen und fordert deren Nutzer auf, innerhalb von drei Tagen 300 Dollar (275 Euro) in der Internet-Währung Bitcoin zu überweisen, um diese Daten wieder freizukaufen. Ansonsten würden sie gelöscht, hieß es. Behörden warnten davor, auf die Erpressung einzugehen.

Von dem neuen Angriff betroffen war auch die Strahlenmessung an der Ruine des ukrainische Atomkraftwerks Tschernobyl. Zudem fiel das Ticketsystem der U-Bahn in Kiew zeitweise aus, Ausfälle gab es auch bei Banken. In Russland wurde unter anderem der Energiekonzern Rosneft attackiert, in Dänemark die Großreederei Maersk. Genannt wurden als Opfer des Angriffs auch der US-Pharmakonzern Merck und der deutsche Konzern Beiersdorf, zu dem unter anderem die Marken Nivea und Tesa gehören.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

31.07.2017 21:51 Uhr

Mehr Journalismus, bitte...

...daß die Regierungen Europas und Amerikas die IT-Unternehmen gezwungen haben, Hintertüren in Soft- und Hardware einzubauen, um im Zweifelsfall auf jedes Endgerät zugreifen zu können; daß die Bundesregierung Millionen für den Aufkauf sog. Exploits (Schwachstellen in der Software) ausgibt; daß Sicherheitspolitiker durch martialische Rhetorik über den Cyberkrieg oder den IT-Super-Gau für mehr Überwachung und Zensur werben und warum es vernünftiger ist, den Erpressern keine Bitcoins zu überweisen.
Die Geschädigten brauchen niemand leid tun, die sind höchstens bemitleidenswert, denn wer heute über kein Backup oder sonstige Sicherung seiner Daten verfügt (siehe auch Sped. TNT), ist ein Schnarchzapfen erster Güte.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Millionenraub auf A8: Urteile gegen Angeklagte erwartet

Zehn Monate nach einem fingierten Autobahnüberfall auf einen Werttransporter mit einer Millionenbeute werden am Donnerstag die Urteile erwartet. weiter lesen