Höhen und Tiefen im TV – Bilanz einer Saison

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    Mittelmäßig: Wotan Wilke Möhring als Old Shatterhand und Nik Xhelilaj als Winnetou an Weihnachten. Foto: 
  • Verlierer: Der Improvisations- und Mundart-Tatort „Babbeldasch“ aus Ludwigshafen hatte im März nur knapp sechs Millionen Zuschauer. 2/3
    Verlierer: Der Improvisations- und Mundart-Tatort „Babbeldasch“ aus Ludwigshafen hatte im März nur knapp sechs Millionen Zuschauer.
  • Gewinner: Lars Koch (Florian David Fitz) als Eurofighter-Pilot im ARD-Justizfilm „Terror – ­ Ihr Urteil“. 3/3
    Gewinner: Lars Koch (Florian David Fitz) als Eurofighter-Pilot im ARD-Justizfilm „Terror – ­ Ihr Urteil“. Foto: 
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Sommerpause im Fernsehen: Eine Wiederholung jagt die nächste. Anlass zu bilanzieren, was im abgelaufenen Fernsehjahr zwischen September 2016 und Juni 2017 erfolgreich lief und welche Sendungen beim Publikum durchfielen. Eine Übersicht aus den Bereichen Unterhaltung und Fiktion.

Film

Zu den Coups des Jahres gehören die ARD-Filme über des Reformators Martin Luthers Frau „Katharina Luther“ am 22. Februar mit 7,28 Millionen Zuschauern oder der Justizfilm „Terror – Ihr Urteil“ von Ferdinand von Schirach am 17. Oktober (6,88 Millionen). Auch dass ZDF punktete mit dem historischen Hotel-Zweiteiler „Das Sacher. In bester Gesellschaft“ im Januar mit gut sechs und gut sieben Millionen Zuschauern.

Etliche eigenproduzierte Filme blieben aber im Niemandsland hängen und kamen auf etwa drei Millionen Gewohnheitszuschauer, vor allem im Ersten am Mittwochabend. Auch der zweite Ferdinand-von-Schirach-Film, „Der weiße Äthiopier“ mit Jürgen Vogel, reiht sich in die Reihe von Produktionen ohne großen Nachhall ein – rund 3,7 Millionen Zuschauer schalteten kurz vor Weihnachten ein.

Mäßig lief auch angesichts des Riesenwirbels die „Winnetou“-Reihe an Weihnachten bei RTL. Sie startete mit rund 5,1 Millionen Zuschauern und endete bei noch knapp 3,5 Millionen. Ein Reinfall waren die „Neandertaler“ auf RTL 2. Die letzten beiden Folgen im September verfolgten nur 580 000 und 500 000 Zuschauer.

Serien

Der Knüller des Jahres war eindeutig die „Charité“: Mit 8,32 Millionen Zuschauern beim ersten von sechs Teilen am 21. März stellte die ARD alle anderen Serien-Neuproduktionen in den Schatten. Auch die anderen Folgen bewegten sich über dem Niveau von sechs Millionen. Die Produktion einer zweiten Staffel über die prominente Berliner Klinik kündigte das Erste schon einen Tag nach Ausstrahlung der ersten Folge an.

Fast alle anderen neuen Serien, ob eigenproduziert oder eingekauft, funktionierten mehr recht als schlecht. Dazu gehörte im Ersten auch die Versicherungs-Story „Frau Temme sucht das Glück“. Aus dem Privat-TV lassen sich diverse Lizenz-Titel aufreihen, die nicht ihr Publikum fanden, zum Teil wohl auch, weil sie schon bei Bezahlmedien zu finden waren: „Chicago PD“, „Chicago Med“, „Chicago Fire“ (Vox), „Containment“, „Empire“, „Limitless“ (Pro 7), „Crime Scene Riviera“ und „Elementary“ (Sat 1) sind nur einige Beispiele.

Shows

Am 16. Juni mussten sich viele TV-Experten morgens die Augen reiben, als die Quoten vom Vortag auf dem Tisch lagen: Horst Lichter hatte mit seiner abendfüllenden ZDF-Show „Bares für Rares“ 6,38 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme geholt. Eine gigantische Zahl angesichts der Misere der deutschen Show. Dass das RTL-Dschungelcamp „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und die Vox-Reihe „Höhle der Löwen“ funktionieren, ist mittlerweile klar.

Die Liste der Tiefpunkte der TV-Shows ist lang: Thomas Gottschalk (Sat 1: „Little Big Stars“, RTL: „Mensch Gottschalk“) kommt auf keinen grünen Zweig, Michelle Hunziker („It‘s Showtime“ auf Sat 1) kam nicht zurecht, Steven Gätjen („Vier geben alles“) hatte im ZDF nur 2,64 Millionen Zuschauer. Eckart von Hirschhausen mit seinem „Quiz des Menschen“ und Johannes B. Kerner mit dem „Quiz-Champion“, Dirk Steffens („Mich täuscht keiner“) oder das Gespann Frank Elstner/Ranga Yogeshwar mit der „großen Show der Naturwunder“ hatten es schwerer als je zuvor.

Dokumentation

Selten wurde über eine Doku im TV so viel diskutiert wie über den Arte-Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“. Arte hatte sich gegen die Ausstrahlung entschieden, weil sich die Autoren zu wenig an die Vorgabe, über Antisemitismus in Europa zu filmen, gehalten hätten. Als erstes zeigte „Bild.de“ den Film für 24 Stunden. Dann entschied sich das Erste, ihn um 22.15 Uhr ins Programm zu nehmen. Trotz des Aufhebens im Vorfeld schalteten nur 1,19 Millionen Menschen ein.

Der ARD-Krimi-Klassiker „Tatort“ hatte im Jahr seiner 1000. Folge viele Höhen, aber auch einige Tiefen. Die Glanzpunkte setzte die Münsteraner Ermittler, Axel Prahl (Kriminalhauptkommissar Thiel) und Jan Josef Liefers (Professor Boerne), die mit ihren beiden Krimis „Feierstunde“ 13,31 Millionen Zuschauer (am 25. September) und „Fangschuss“ sagenhafte 14,56 Millionen Zuschauer (am 2. April) einfingen.

Die Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke fiel allerdings längst nicht mehr so oft wie in den Vorjahren. Im Gegenteil. Der umstrittene Mundart-Krimi „Babbeldasch“ aus Ludwigshafen rutschte im Februar auf 6,35 Millionen Zuschauer, auf Sibel Kekillis letzten Kieler Einsatz mit „Borowski und das Fest“ entfielen am 18. Juni ganz bedenkliche 6,11 Millionen. dpa

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