HINTERGRUND: Bangen in Hitzacker

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Klaus Lehmann hat seine Möbel bereits in den ersten Stock verfrachtet. Der Leiter des Museums "Altes Zollhaus" in Hitzacker (Niedersachsen) nimmt es gelassen: "Immerhin scheint dieses Mal die Sonne." Die Bewohner des Elbe-Städtchens sind nasse Füße gewohnt: Die vierte große Flut innerhalb von zehn Jahren steht kurz bevor.

Wie groß die Welle ist, die auf Niedersachsen zurollt, ist noch unklar. Die Pegel-Prognose fürs Wochenende wurde gestern von 8,80 Meter auf 8,15 Meter herunterkorrigiert, Normalstand ist bei etwa 2,80 Meter. Der Höchststand wird für Montag erwartet. Klar ist: Das Hochwasser wird zur Belastungsprobe für die Deiche. Zwar wurden die Wälle bereits mit Sandsäcken auf knapp neun Meter aufgestockt, ob sie aber halten, ist ungewiss. "Wenn das Wasser hier zehn Tage oder zwei Wochen steht, dann weicht der Boden durch, das ist die größte Gefahr im Moment", sagt Jens Christ, Pressesprecher der Feuerwehr.

Bricht ein Deich bei Hitzacker, wird die Stadt von hinten überflutet. Vorne, in Richtung Elbe, schützt seit 2008 eine Mauer aus mobilen Elementen die Bewohner der historischen Stadtinsel. Sie hält bis zu einem Pegel von neun Metern. Mit dem Bau der Anlage zog die Gemeinde die Lehren aus dem Hochwasser von 2002: Damals war der Stadtkern zum ersten Mal seit 100 Jahren wieder komplett überflutet worden.

Vorsorglich müssen die 260 Bewohner der Stadtinsel trotzdem bis Sonntag ihre Häuser verlassen haben. Die Schulen im Kreis sind geschlossen, in den Turnhallen sind Lager vorbereitet. Seit gestern gilt ein Betretungsverbot für das Zentrum. "Damit wollen wir vor allem die Hochwassertouristen fernhalten, die hier zum Teil Wege für die Einsatzkräfte versperrt haben", sagt Christ.

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