Harvey Weinsteines Sündenliste wird immer länger

Jetzt stehen auch Vergewaltigungsvorwürfe gegen Harvey Weinstein im Raum. Nicht nur die Firma des Produzenten, sondern auch seine Ehefrau zieht Konsequenzen.

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  • Georgina Chapman (großes Bild) hat sich von ihrem Ehemann, dem Produzenten Harvey Weinstein, getrennt. Der Grund: Asia Argento (rechts) hat Harvey Weinstein des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Hollywood-Stars wie Gwyneth Paltrow (Mitte) und Angelina Jolie berichteten von erniedrigenden Begegnungen mit ihm. 1/4
    Georgina Chapman (großes Bild) hat sich von ihrem Ehemann, dem Produzenten Harvey Weinstein, getrennt. Der Grund: Asia Argento (rechts) hat Harvey Weinstein des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Hollywood-Stars wie Gwyneth Paltrow (Mitte) und Angelina Jolie berichteten von erniedrigenden Begegnungen mit ihm. Foto: 
  •  ARCHIV - KOMBO - Die aus vier undatierten Einzelbildern zusammengesetzte Kombo zeigt die Schauspielerinnen Asia Argento (l-r), Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rosanna Arquette. Der Skandal um den Hollywoodmogul Harvey Weinstein zieht immer größere Kreise. (zu dpa «Weggefährten und Ehefrau distanzieren sich von Weinstein» vom 11.10.2017) Foto: Pa/PA Wire/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ 2/4
    ARCHIV - KOMBO - Die aus vier undatierten Einzelbildern zusammengesetzte Kombo zeigt die Schauspielerinnen Asia Argento (l-r), Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rosanna Arquette. Der Skandal um den Hollywoodmogul Harvey Weinstein zieht immer größere Kreise. (zu dpa «Weggefährten und Ehefrau distanzieren sich von Weinstein» vom 11.10.2017) Foto: Pa/PA Wire/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: 
  •  ARCHIV - KOMBO - Die aus vier undatierten Einzelbildern zusammengesetzte Kombo zeigt die Schauspielerinnen Asia Argento (l-r), Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rosanna Arquette. Der Skandal um den Hollywoodmogul Harvey Weinstein zieht immer größere Kreise. (zu dpa «Weggefährten und Ehefrau distanzieren sich von Weinstein» vom 11.10.2017) Foto: Pa/PA Wire/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ 3/4
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Der mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierte Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist nicht nur seinen Job los: Angesichts der Vorwürfe gegen den 65-Jährigen kehrte ihm nun seine Ehefrau Georgina Chapman den Rücken. Im Magazin „People“ gab Chapman die Trennung vom Vater ihrer beiden Kinder bekannt. Das Magazin „New Yorker“ hatte zuvor berichtet, dass nun auch drei Frauen Weinstein der Vergewaltigung beschuldigen.

Chapman erklärte, sie habe sich dazu entschlossen, ihren Mann zu verlassen. Sie wolle sich um ihre Kinder kümmern und bitte um die Achtung ihrer Privatsphäre. Vergangene Woche hatte die „New York Times“ enthüllt, dass mehrere Frauen Weinstein sexuelle Belästigung vorwerfen. Daraufhin wurde er von seinem eigenen Filmstudio gefeuert.

Mit den neu veröffentlichten Recherchen des „New Yorker“ nahmen die Vorwürfe an Schärfe zu: Die drei Frauen beschuldigen demnach Weinstein, sie zum oralen oder vaginalen Sex gezwungen zu haben.

„Viele Menschen zerschmettert“

Die 42-jährige Schauspielerin Asia Argento berichtete dem „New Yorker“, Weinstein habe sie vor 20 Jahren in einem südfranzösischen Hotelzimmer zum Oralsex gezwungen. Wegen des Körpervolumens des Film-Moguls, der früher bis zu 136 Kilo wog, sei sie voller Furcht gewesen: „Es wollte nicht aufhören. Es war ein Albtraum.“ Sie gehe erst jetzt an die Öffentlichkeit, da sie Angst gehabt habe, der Produzent würde sie „zerschmettern“. Denn: „Ich weiß, dass er schon viele Menschen zerschmettert hat.“

Auch die Schauspielerin Lucia Evans berichtete, Weinstein habe sie 2004 zum Oralsex gezwungen. Eine weitere Frau, die anonym bleiben wollte, erzählte, dass Weinstein sie unter einem Vorwand in ein Hotelzimmer gelockt habe. Dort sei er dann plötzlich über sie hergefallen.

Das Magazin veröffentlichte zudem einen Tonbandmitschnitt der New Yorker Polizei, auf dem zu hören ist, wie sich Weinstein an das italienische Model Ambra Battilana Gutierrez heranmacht und diese ihn anfleht, sie in Ruhe zu lassen. Auch Hollywoodstar Rosanna Arquette wird als eines der Opfer des Oscar-Preisträgers genannt.

Der Produzent zahlreicher Hollywood-Hits wie „Shakespeare in Love“ und „Chicago“ soll den Frauen versprochen haben, ihnen im Gegenzug für Sex bei ihrer Filmkarriere zu helfen.

Der Film-Mogul wies die Vergewaltigungsvorwürfe zurück: „Alle Anschuldigungen über nicht einvernehmlichen Sex werden von Mr. Weinstein unmissverständlich zurückgewiesen,“ erklärte seine Sprecherin Sallie Hofmeister. Weinstein befinde sich derzeit in Behandlung. „Er hofft, dass er, wenn er gute Fortschritte macht, eine zweite Chance bekommt.“

Brad Pitt gab Kontra

Die Liste der Frauen, die Opfer von Weinsteins Verhalten wurden, wird immer länger: In der „New York Times“ vom Dienstag berichteten die Stars Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie, sie hätten sich Weinsteins sexuellen Belästigungen widersetzt. Dem Bericht zufolge hatte Brad Pitt, der damals mit Paltrow zusammen war, Weinstein aufgefordert, dieses Verhalten zu unterlassen.

Laut „New Yorker“ sorgte der Produzent mit Hilfe seiner Pressesprecher und Anwälte jahrzehntelang dafür, dass sein Verhalten nicht öffentlich gemacht wurde. Die Weinstein Company kündigte jetzt an, die juristische Untersuchung der Vorwürfe gegen ihren Mitgründer zu unterstützen.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich „angewidert“ vom Verhalten Weinsteins, der ein Großspender der Demokratischen Partei ist: „Jeder Mann, der Frauen in solcher Art erniedrigt und herabsetzt, muss verurteilt und zur Rechenschaft gezogen werden, unabhängig von seinem Reichtum oder Status.“

Zur Person Netzwerke, rauschende Partys und aggressive Oscar-Kampagnen: Mit diesem Rezept ist Harvey Weinstein in Hollywood nach oben gekommen. Die 1979 mit seinem Bruder Bob gegründete Produktionsfirma Miramax brachte Filme wie „Der englische Patient“ (1996), „Shakespeare in Love (1998) und „Chicago“ (2002) heraus. Nach Differenzen mit dem Mira­max-­Partner Disney verließen die Weinsteins 2005 ihre Firma und gründeten die Weinstein Company. Harvey Weinsteins Produktionen waren 19 Mal für den Oscar als Bester Film nominiert, fünf der Filme erhielten die Auszeichnung. Er selbst erhielt er den Oscar 1999 für die Produktion von „Shakespeare in Love“.

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