Große Fiesta in Rosario: Lionel Messi hat geheiratet

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Nach der Trauung der Kuss: Lionel Messi und Antonela Rocuzzo. Foto: Victor R. Caivano

Von außen strahlt der weiße Betonkomplex nicht gerade den Charme aus, wie man ihn für die romantische Hochzeit des Jahres erwarten würde. Im City Center zu Rosario gibt es ein großes Casino, es wird mit den besten Pokerturnieren Argentiniens geworben.

Hier laufen nun edel gekleidete Hochzeitsgäste mit einem Marktwert von mehr als zwei Milliarden Euro über den roten Teppich, um dem bekanntesten „Floh“ der Welt zu gratulieren. 

Fast schüchtern gibt Lionel Messi (30) seiner Jugendliebe aus Rosario, Antonela Roccuzzo (29), den Kuss der Küsse. Auf einer Bank sitzt Sohn Thiago (5) vor ihnen und schaut fast ehrfürchtig, wie seine Eltern sich das Jawort geben. Messi streicht ihm über den Kopf. Der Komplex liegt mitten in einem berüchtigten Viertel, in dem der Drogenhandel floriert. Es heißt „La Bajada“, zu deutsch „Abstieg“. Für Lionel Messi, genannt „la Pulga“, „der Floh“, begann hier sein Aufstieg zum fünfmaligen Weltfußballer.

Als sich beide vor den Türen kurz den Fotografen zeigen, wird von überall „Leo, Leo“ gerufen, jeder will das Bild des Stars vom FC Barcelona mit seiner Antonela schießen. Die Braut - ganz im körperbetonten Weiß - wurde von der katalanischen Modedesignerin Rosa Clará eingekleidet. In der Hand hält sie das rote Familienbuch, Messi trägt einen schwarzen Anzug mit silberfarbener Krawatte und einer weißen Rose am Revers. 

Auch Popstar Shakira und ihr Freund Gerard Piqué sind dabei - obwohl Shakira Spannungen im Verhältnis zu Antonela nachgesagt werden. 260 Gäste sind geladen, alle Hotelzimmer im City Center wurden gebucht. Wenn man an die Bilder aus Venedig von der Hochzeit Bastian Schweinsteigers mit Ana Ivanovic denkt, wirkt diese Vermählung, zumindest vom Ort her, eine Liga darunter.  

Aber hier kommen sie her. Statt Geschenken bittet das Paar um Spenden für die Organisation „Techo“ („Dach“), die sich um Wohnungen für Obdachlose in Rosario kümmert. Den kirchlichen Segen für die atemlos von den Medien verfolgte Hochzeit gibt es nicht. 

Das Erzbistum weigerte sich, im Casino eine improvisierte Kapelle für die göttliche Segnung einzurichten. Die Kirche sei schon immer gegen die Öffnung dieses Spielhauses gewesen, sagte ein Vertrauter des Erzbischofs der Nachrichtenagentur Telam.  

Hunderte Fans stehen abgeschirmt an aufgestellten Zäunen, die Fotografen dürfen nur am roten Teppich beim Einmarsch der Gäste stehen -  darunter Messis Teamkollegen beim FC Barcelona, Neymar und Luis Suárez. Die Kosten für die Verlegung vom Standesamt in das City Center sind einer der kleineren Posten der Hochzeit: 7000 Pesos (360 Euro). Die Trauzeugen sind die zwei Schwestern von Antonela sowie die zwei Brüder und eine Schwester von Messi. 

460 Polizisten und private Sicherheitsleute sichern den Komplex, auch 20 Friseure wurden verpflichtet. Und Messi hatte sich ein typisch argentinisches Hochzeitsmenü gewünscht: gegrilltes Rinderfilet, Innereien (Kalbsbries) und „Bom Bom“-Würste.

Auch wenn „la Pulga“ 17 seiner bisher 30 Lebensjahre in Barcelona verbracht hat, so hat er seine Heimat nie vergessen. Antonela ist die Cousine von Lucas Scaglia, seinem besten Kumpel aus Kindertagen. Beide spielten bei Newell's Old Boys in Rosario. Als er neun und sie acht Jahre alt waren, sahen sie sich erstmals.

Antonelas Eltern betrieben einen kleinen Supermarkt, heute haben sie ein ganzes Filialnetz in Rosario. Noch bevor Messi mit 13 Jahren in die Fußballakademie des FC Barcelona einzog, schrieb er ihr nach einem Bericht der Zeitung „La Nación“ einen Brief, darin der Satz: „Antonela, eines Tages werden wir ein Paar sein.“

Er soll fasziniert von ihren dunklen Augen gewesen sein und sie trotz der beginnenden Karriere in Spanien nicht vergessen haben. Mit 17 hatte Antonela eine schwere Zeit. Eine ihrer besten Freundinnen stirbt bei einem Verkehrsunfall. Messi ist zufällig in Rosario und besucht sie, zu der Zeit hat sie aber noch einen anderen Freund. Doch der Kontakt reißt nicht mehr ab. Im Juli 2007 zeigt Antonela ihren Freundinnen ein neues Blackberry und sagt: „Lio hat ihn mir geschenkt.“ 2009 macht Messi die Liaison dann öffentlich, im Fernsehen sagt er auf die Frage, ob er eine Freundin habe: „Ja, sie lebt in Argentinien.“

Drei Jahre leben sie in einer Fernbeziehung - nach der Fußball-WM in Südafrika (und der 0:4-Pleite im Viertelfinale gegen Deutschland) zieht Antonela dann zu Messi nach Spanien.

Heute haben sie zwei Kinder, neben Thiago noch Mateo, der bald zwei wird. Zur Familie gehört auch die riesige Bordeauxdogge „Hulk“, die Antonela ihm 2016 geschenkt hat. Angesichts der Größe titelten die Zeitungen damals: „Messi auf den Hund gekommen.“ 

Messi hat heute 47,1 Millionen Follower bei Instagram, Antonela 4,1  Millionen. Dank ihm ist auch sie eine Berühmtheit - dabei soll sie Fußball eher langweilen, wie Messi mal verraten hat. 

Bericht Nachrichtenagentur Telam, Span.

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