Gebärmutter-Transplantation in Erlangen geplant

Ärzte in Erlangen wollen Gebärmütter transplantieren, um Frauen mit Kinderwunsch zu helfen. Das Verfahren ist aufwendig – und riskant.

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Die Gebärmutter mancher Frauen funktioniert nicht, entweder von Geburt an oder weil sie sie durch Krankheit oder Unfall verloren haben. Ärzte der Erlanger Universitätsklinikums wollen den Frauen helfen und Gebärmütter transplantieren – zum ersten Mal in Deutschland.

Es ist ein Eingriff, der nicht ohne Risiko ist, weder für die Organspenderin, die Empfängerin noch für das womöglich später darin wachsende Kind. Der Erlanger Gynäkologe Matthias Beckmann (55) ist jedoch überzeugt davon, dass das Risiko beherrschbar ist und sich lohnt.

Dass die Transplantation machbar ist und danach gesunde Kinder geboren werden können, hat der Gynäkologe Mats Brännström in Schweden gezeigt. 2014 brachte eine Frau in Göteborg zum ersten Mal weltweit mit einer gespendeten Gebärmutter ein gesundes Baby auf die Welt. Inzwischen sind fünf Kinder auf diese Weise geboren worden.

Auch in anderen Ländern wurde die OP versucht. Weltweit gebe es publizierte Daten von knapp 20 Fällen, in denen die Transplantation geklappt habe, sagt Beckmann. Die Dunkelziffer der Misserfolge sei sicher „zwei- bis dreimal so hoch“.

Infrage kommen für die OP Frauen, deren Gebärmutter wegen einer genetischen Veränderung von Geburt an fehlt oder zu klein ist – das betrifft 5000 bis 10 000 Frauen in Deutschland. Außerdem Frauen, die das Organ wegen Erkrankung, Infektion oder Unfall verloren haben.

Am liebsten würden die Erlanger Gebärmütter von lebenden Verwandten transplantieren, etwa der Mutter oder der Schwester, weil die Eingriffe dann besser planbar sind als wenn sie auf Organspenden hirntoter Unfallopfer warten müssen, sagt Beckmann. „Das müssen wir aber auch in Betracht ziehen.“

Empfängerinnen müssen wie nach jeder Transplantation Medikamente nehmen, die das Abwehrsystem des Körpers unterdrücken. Deshalb wollen die Ärzte die Gebärmutter nach Transplantation, künstlicher Befruchtung und Schwangerschaft wieder entfernen.

In Erlangen wird die Gebärmutter seit zehn Jahren erforscht – Funktion, Mobilität, Anschluss an Blutgefäße, Wehen. Jetzt soll die Transplantation an Schafen getestet werden.

Für viele dafür nötige Schritte hätten die Mediziner erprobte Standard-Techniken, sagt Beckmann. Neu entwickelt werden müsse die Technik zum Einsetzen der Gebärmutter. Unklar ist auch noch, ob der Freistaat Bayern dem Uni-Klinikum die Genehmigung für die Gebärmutter-Transplantation erteilt. Und wer die Kosten übernimmt – sie betragen etwa 100 000 Euro pro Transplantation.

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