Führerschein mit Verfallsdatum

Führerscheine werden befristet, Motorradanfänger bekommen die Lizenz für mehr Leistung und künftige Trike-Piloten ein Problem: Für die Dreiräder reicht der Autoführerschein nicht mehr aus.

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Am 19. Januar wird mit der Umsetzung der dritten EU-Führerscheinrichtlinie begonnen. Welche Neuerung ist am wichtigsten? Ob rosa Lappen, graue Pappe oder weiße Plastikkarte: Führerscheine waren bisher ein Leben lang gültig. Vom 19. Januar an ausgestellte Fahrlizenzen laufen nach 15 Jahren ab und müssen getauscht werden.

Trifft das auch langjährige Führerscheinbesitzer? Ja, wenn sie etwa Ersatz für ein gestohlenes Dokument brauchen. Oder ihren alten Führerschein gegen die neueste Version der Plastikkarte eintauschen wollen - was sie bis 2033 ohnehin machen müssen. Denn bis dahin sind alle vormals unbefristeten Führerscheine erstmals zu tauschen, verlangt die neue Richtlinie.

Muss man dann eine erneute Fahrprüfung machen? Nein, der Umtausch sei ein reiner Verwaltungsakt, betont das Bundesverkehrsministerium. Ein Gesundheitscheck oder erneute Fahrprüfungen würden nicht verlangt. Allerdings fallen Gebühren an.

Einzelne Führerscheinklassen werden EU-weit auf einen Nenner gebracht, verlieren Fahrer dadurch ihre bisherigen Rechte? Nein. "Die meisten Änderungen sind nur für Führerscheinbewerber relevant, die das Dokument ab dem 19. Januar ausgehändigt bekommen", sagt Gerhard von Bressensdorf von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. "Bei älteren Exemplaren bleibt die erteilte Fahrerlaubnis in vollem Umfang erhalten." Wer zum Beispiel schon einen Pkw-Führerschein hat, darf damit weiterhin Trikes oder dreirädrige Großroller fahren. Alle anderen brauchen dafür künftig den Motorradführerschein.

In welchen Fahrerlaubnisklassen gibt es die meisten Neuerungen? Laut dem Tüv Nord bei den motorisierten Zweirädern. So verschmelzen in der neuen Klasse AM die Klasse M für höchstens 45 km/h schnelle Mopeds mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum und die Klasse S für vergleichbar motorisierte Kraftfahrzeuge mit drei und vier Rädern. Das Mindestalter bleibt bei 16 Jahren. Außerdem gibt es die AM-Freigabe wie zuvor die alte Moped-Klasse zum Pkw-Führerschein (Klasse B) dazu.

Welche Änderungen betreffen Jugendliche? Bevorzugen Jugendliche ab 16 Jahren ein Leichtkraftrad mit höchstens 125 Kubikzentimetern Hubraum und 11 kW/15 PS oder ein bis zu 15 kW/20 PS starkes Dreirad, brauchen sie dafür die Klasse A1. Die Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h bis zum 18. Lebensjahr fällt in dieser Klasse weg. Die alte Klasse A mit dem Zusatz "beschränkt" für den Einstieg in die Motorradwelt wird durch die Klasse A2 ersetzt. Fahranfänger dürfen damit stärkere Maschinen fahren, die Leistungsbeschränkung wird von 25 kW/34 PS auf 35 kW/48 PS angehoben. Außerdem können A1-Besitzer nach zwei Jahren nur durch eine praktische Prüfung die A2-Lizenz für Motorräder bekommen. A2-Novizen kommen aber nicht mehr automatisch nach zwei Jahren in die Klasse A ohne Leistungsbeschränkung.

Und Autofahrer, die etwa einen Wohnwagen anhängen wollen? Für sie reicht die Klasse B künftig ohne weitere Einschränkungen für mehr als 750 Kilogramm schwere Anhänger, solange das zulässige Gesamtgewicht der Zugkombination 3,5 Tonnen nicht überschreitet. Wer ein paar Extra-Fahrstunden nimmt, kann diesen Wert auf 4,25 Tonnen erweitern.

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