Festnahme nach Brand Kritik an Arbeitsplatzsicherheit in China

Nach dem verheerenden Feuer in einer Geflügelschlachterei hagelt es Kritik an mangelnder Arbeitsplatzsicherheit in China. Eine Festnahme gab es bereits.

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Am Tag nach der Brandkatastrophe in einer Geflügelschlachterei in China mit 120 Toten ist ein Verantwortlicher des Unternehmens festgenommen worden. Das berichtete das Staatsfernsehen. 77 Menschen wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua gestern unter Berufung auf Einsatzkräfte mitteilte. Rund 300 Arbeiter seien zum Zeitpunkt des Unglücks am Montag in dem Betrieb der Jilin Baoyuanfeng Poultry Company in der Stadt Dehui (Provinz Jilin) in Nordostchina bei der Arbeit gewesen. Wie viele Menschen noch vermisst werden, war weiter unklar.

Als Ursache des Brandes war zunächst eine Ammoniak-Explosion genannt worden. Doch liefen die Untersuchungen noch. Augenzeugen berichteten von drei Explosionen, bevor Flammen zu sehen gewesen seien.

Vor den Toren der verbrannten Schlachterei versuchte der Angehörige eines Opfers, Li Yanping, vergeblich in das Gelände zu kommen. "Ich muss die Überreste meiner Tochter sehen", zitierte ihn Xinhua. Er mache sich große Vorwürfe, denn er habe die 20-Jährige zu der Fabrik zum Arbeiten geschickt. "Sie hatte dort erst einen Monat gearbeitet. Jetzt hat ihr Leben hinter dem großen verschlossenen Tor für immer aufgehört."

Die Zahl der Opfer ist vermutlich deswegen so hoch, weil Türen verriegelt, Notausgänge zu eng oder unbeleuchtet waren, wie Überlebende und Retter schilderten. Türen seien versperrt gewesen, um zu verhindern, dass Mitarbeiter während der Schicht vorübergehend verschwinden, berichteten Verwandte von Opfern der "Global Times".

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