„Toni Erdmann“ fünfmal für Europäischen Filmpreis nominiert

Die deutsche Tragikomödie „Toni Erdmann“ ist mit gleich fünf Nominierungen Favorit für den Europäischen Filmpreis. Maren Ades beim Filmfest Cannes gefeiertes, dann aber überraschend leer ausgegangenes Vater-Tochter-Drama hat nicht nur Chancen auf die Trophäe als bester Film.

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Der Europäische Filmpreis wird oft als „europäischer Oscar“ bezeichnet. Foto: Tim Brakemeier

Die deutsche Tragikomödie „Toni Erdmann“ ist mit gleich fünf Nominierungen Favorit für den Europäischen Filmpreis. Maren Ades beim Filmfest Cannes gefeiertes, dann aber überraschend leer ausgegangenes Vater-Tochter-Drama hat nicht nur Chancen auf die Trophäe als bester Film.

Die Hauptdarsteller Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden als beste Schauspieler nominiert. Weitere Nominierungen gab es für die deutsche Oscar-Hoffnung in den Kategorien Regie und Drehbuch, wie die Europäische Filmakademie am Samstag beim Filmfestival Sevilla mitteilte.

Ein weiterer Deutscher ist außerdem im Rennen als bester Schauspieler: Burghart Klaußner wurde für seine Rolle in Lars Kraumes Geschichtsdrama „Der Staat gegen Fritz Bauer“ nominiert. Bereits zuvor war bekanntgegeben worden, dass David Wnendts Hitler-Satire „Er ist wieder da“ in der Auswahl für die beste Komödie ist.

Der Europäische Filmpreis gilt als europäisches Pendant zum amerikanischen Oscar und wird am 10. Dezember in diesem Jahr in Breslau (Wroclaw) verliehen.

Insgesamt fünf Filme starten in der Königskategorie bester europäischer Spielfilm. Neben „Toni Erdmann“ haben auch Paul Verhoevens „Elle“ (Niederlande) mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle und Pedro Almodóvars „Julieta“ (Spanien) Chancen.

Nominiert für den Hauptpreis sind außerdem der diesjährige Cannes-Gewinner „Ich, Daniel Blake“ des Briten Ken Loach sowie „Raum - Liebe kennt keine Grenzen“ des Iren Lenny Abrahamson, für den Hauptdarstellerin Brie Larson einen Oscar erhielt.

„Toni Erdmann“-Hauptdarstellerin Sandra Hüller konkurriert in der Kategorie beste Schauspielerin gegen Valeria Bruni Tedeschi („Like Crazy“), Isabelle Huppert („Elle“), Trine Dyrholm („Die Kommune“) sowie Emma Suárez und Adriana Ugarte („Julieta“).

Bei den männlichen Darstellern sind neben Peter Simonischek („Toni Erdmann“) und Burghart Klaußner („Der Staat gegen Fritz Bauer“) auch Hugh Grant („Florence Foster Jenkins“) und Javier Cámara („Freunde fürs Leben“) am Start. Nominiert wurden in dieser Sparte außerdem Dave Johns („Ich, Daniel Blake“) und Rolf Lassgard („Ein Mann namens Ove“).

In der Kategorie beste Regie muss sich „Toni Erdmann“-Macherin Maren Ade mit Pedro Almodóvar („Julietta“), Ken Loach („Ich, Daniel Blake“), Cristian Mungiu („Graduation“) und Paul Verhoeven („Elle“) messen. Als bester Dokumentarfilm wurde unter anderem der diesjährige Berlinale-Gewinner nominiert: die Dokumentation „Seefeuer“ des Italieners Gianfranco Rosi über das Flüchtlingssterben im Mittelmeer.

Über die Gewinner in den verschiedenen Kategorien stimmen die mehr als 3000 Mitglieder der Europäischen Filmakademie ab. Die Preise werden jedes Jahr abwechselnd in Berlin und einer anderen europäischen Stadt vergeben. Für sein Lebenswerk wird in Breslau Ex-James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan geehrt.

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