Drohnen außer Kontrolle

Drohnen geraten außer Kontrolle und stürzen auf Autos. Sänger Enrique Iglesias steht nach einem Drohnen-Kontakt blutend auf der Bühne. Internetfilme zeigen, wie gefährlich die Flugkörper sein können.

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  • Drohnen werden immer beliebter, in der Freizeit oder wie hier in der Landwirtschaft. Fotos: dpa 1/2
    Drohnen werden immer beliebter, in der Freizeit oder wie hier in der Landwirtschaft. Fotos: dpa Foto: 
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    Enrique Iglesias blutete auf der Bühne. Foto: 
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"Drohne knallt gegen Windschutzscheibe", "Sänger Iglesias verletzt sich an Drohne", "Drohne stürzt neben Kanzlerin Merkel ab": Meldungen über Zwischenfälle mit den unbemannten Flugobjekten häufen sich. Mit der Beliebtheit von Drohnen nimmt auch die Zahl der Unfälle zu.

Der Sänger Enrique Iglesias (40) ist wohl das erste prominente Opfer eines zivilen Drohnen-Unfalls. Iglesias hatte bei einem Konzert in Mexiko nach einer Drohne gegriffen, die Fotos von dem Auftritt machen sollte. Dabei geriet er mit der Hand in die Propeller und zog sich blutige Schnittverletzungen an zwei Fingern zu. "Er erlitt einen Bruch, der korrigiert werden musste und hat sich einer (. . .) Operation unterzogen", hieß es später auf den sozialen Netzwerkseiten des Spaniers.

Böse hätte es auch für einen Autofahrer in Bochum ausgehen können: Auf einer Abfahrt der Autobahn 40 prallte eine tieffliegende Drohne vor wenigen Tagen frontal gegen seine Windschutzscheibe. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Der Besitzer der Drohne blieb unbekannt - ein Fall von "Drohnenflucht".

"Das ist schon eine neue Qualität von Verkehrsgefährdung", sagt ein Sprecher des ADAC. "So ein Ding hat über einer Autobahn nichts zu suchen." Erst im April hatten die Piloten der ADAC-Rettungshubschrauber wegen der Drohnen Alarm geschlagen. Im Automobilclub sieht man eine steigende Kollisionsgefahr, die im schlimmsten Fall sogar zum Absturz eines Rettungshubschraubers führen könne.

Im vergangenen Jahr war ein ordnungsgemäß angemeldeter Drohnenflug in Bremen außer Kontrolle geraten: Das Gerät schepperte mit voller Wucht auf ein Autodach. Im Internet verdeutlichen Videos mit Zusammenschnitten spektakulärer Drohnen-Abstürze die Gefahr und zeigen auch, wie leicht die Geräte aus der Flugbahn geraten können.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) warnt eindringlich davor, Drohnen in Flughafennähe zu starten: Wer sich nicht an die geltenden Regeln halte, der könne wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Grundsätzlich sei es verboten, über Menschenmengen, militärischen Objekten, Kraftwerken und Krankenhäusern zu fliegen. Auch im Umfeld der 16 internationalen deutschen Flughäfen seien Drohnen verboten.

Der Deutsche Verkehrsgerichtstag hat sich mit dieser neuen Gefahr für den Straßenverkehr bislang noch nicht befasst und hat das Thema auch für das kommende Jahr bislang nicht auf seiner Agenda, wie eine Sprecherin sagt.

Bei der Polizei fühlt man sich unzuständig und verweist auf die Luftaufsichtsbehörden. Doch die können dem Treiben auch nur zusehen: Wer eine Drohne mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm zum reinen Spaß steuert und eine Flughöhe von hundert Metern nicht überschreitet, darf das in Deutschland ohne Genehmigung.

Der ADAC spricht sich inzwischen dafür aus, die Fluggeräte wenigstens verpflichtend mit einem Antikollisionslicht auszustatten.

Und wer kommt im Schadensfall auf? "Wenn es sich bei der Drohne um ein Spielzeug handelt, zahlt die private Haftpflicht. Handelt es sich um ein Luftfahrzeug, muss es als solches versichert werden", sagt eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer. Diverse Modellflug-Versicherungen decken inzwischen auch den Drohnen-Crash ab.

Unbemannte Fluggeräte für viele Zwecke

Helfer Als "Drohnen" werden unbemannte Fluggeräte bezeichnet. Zunehmend sind sie im zivilen Einsatz - ob als Spielzeug oder als Hilfsmittel. In den USA etwa begutachten Bauern damit die Ernte auf ihren Feldern. Nachrichtensender machen TV-Bilder. Immobilienmakler nutzen Drohnen, um Luftaufnahmen von ihren Grundstücken zu machen, Gutachter, um Schäden auf hohen Gebäuden zu inspizieren. Auch Sicherheitsbehörden und Katastrophenhelfer setzen sie ein. Militärs nutzen Drohnen zur Aufklärung oder als Waffenträger.

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