Die richtige Wahl?

Hat Schwedens schöne Prinzessin Madeleine endlich den Mann fürs Leben gefunden? Am Samstag heiratet das jüngste Königskind den bürgerlichen, aber gutsituierten US-Finanzberater Chris ONeill.

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Die Kirche in Stockholms Königlichem Schloss ist in dieser Woche für Besucher geschlossen. Schließlich soll das 1754 eingeweihte Gotteshaus am Samstag in frischem Glanz erstrahlen, wenn Prinzessin Madeleine (30), das jüngste Kind von König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia, mit ihrem Verlobten Chris ONeill (38) vor den Altar tritt.

Sonst allerdings sind die Vorboten auf das anstehende Ereignis eher spärlich: Keine Prinzessinnen-Torten in den Konditoreien, keine Madeleine-Ausstellungen in den Kaufhäusern, nicht mal die Touristenläden in der Altstadt schmücken ihre Auslagen mit dem Konterfei des glücklichen Paares.

Das war ganz anders vor drei Jahren, als Madeleines Schwester Victoria ihren Daniel bekam. Damals steckte Stockholm tatsächlich im Hochzeitsfieber. Aber Victoria ist eben Kronprinzessin, mit dem Auftrag, die Thronfolge auch noch für kommende Generationen zu sichern. Sie war der Liebling der Schweden, die klare Nummer eins in jeder Rangliste über die populärsten Mitglieder des Königshauses.

Und ihre Liebesgeschichte rührte die Herzen ihrer Landsleute: wie sie kämpfen musste, um erst ihren Künftigen und dann ihren Vater davon zu überzeugen, dass sie und ihr Fitnesstrainer Daniel Westling füreinander geschaffen waren.

Madeleine hingegen spielt als einstweilige Nummer vier der Thronfolge - mit jedem neuen Kind Victorias rückt sie weiter nach hinten - nur eine dynastische Nebenrolle. Von der Beliebtheit ihrer Schwester ist sie weit entfernt. "Sie gilt als kühl, die Schweden haben keine enge Beziehung zu ihr", sagt der schwedische Hofexperte Roger Lundgren. Und die Beziehung der Prinzessin zu ihren US-Millionär mag sein, was die Amerikaner "perfect match" - die richtige Wahl - nennen. Ans Herz geht sie nicht.

All das heißt nicht, dass am Samstag nicht Zehntausende die Straßen säumen und dem Paar zujubeln werden, wenn Madeleine und ihr Ehemann nach der Trauung in der offenen Kutsche durch Stockholm fahren. Dafür werden schon die Touristen sorgen. Die Schweden wünschen der Prinzessin, die in ein paar Tagen 31 wird, alles Gute. Aber ein Volksfest ist die Hochzeit nicht.

Nach Fest und Flitterwochen kehren die Eheleute wieder nach New York zurück. Chris bleibt amerikanisch-britischer Doppelstaatsbürger und erhält keinen schwedischen Herzogtitel, weil er lieber ungebunden seinen Geschäften als Finanzberater nachgehen will.

Und die medienscheue Madeleine ist sicherlich froh, manchmal als Mrs. ONeill in eine anonyme Rolle schlüpfen zu können. Schließlich hatte sie schon vor drei Jahren Pech gehabt mit ihrer Liebe. Denn damals ging die Verlobung mit dem Juristen Jonas Bergström in die Brüche - er hatte eine heiße Nacht mit einer norwegischen Handballerin gehabt. Der Seitensprung flog auf.

Hierzulande jedenfalls freut man sich schon auf das Fest. Die Deutsch-Schwedische Gesellschaft in Heidelberg zum Beispiel will die Hochzeit Madeleines mit Sekt und Torte feiern - allerdings nur vor dem Fernseher. "Wir fahren leider nicht nach Schweden, freuen uns aber sehr für Madeleine", sagte die Vorsitzende Margret Dotter. Über das Internet würden sie die ausführliche Live-Übertragung in schwedischer Sprache verfolgen. Der Heidelberger Verein, der seit 1997 unter der Schirmherrschaft von Königin Silvia, einer gebürtigen Heidelbergerin, steht, beglückwünsche die ganze Königsfamilie auch in einer persönlichen Karte und einem Rundbrief an alle Mitglieder.

Trauung in der Schlosskirche
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