Die Ernte landet im Kochtopf

Wo sehen Kinder am besten wie etwas wächst? Genau, im Garten. Deswegen werden im Ulmer Gemeinschaftskindergarten liebevoll Beete beackert.

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Start ins Gartenjahr: Anita (l.) und Klara legen los. Foto: Volkmar Könneke

Anita und Klara haben kleine Laubrechen in der Hand und fegen altes Laub aus den Beeten. Konzentriert arbeiten die Mädchen an diesem Tag in ihrem Gemeinschaftskindergarten in der Friedrichsau. Vier Beete gibt es zu beackern, die links neben dem Eingangstor liegen. Gerade eben hat noch Tillman den Kasten Stiefmütterchen gegossen - und den Kasten ohne Stiefmütterchen gleich mit.

Weil das Wetter mitgespielt hatte, hat die Kindergartenleiterin Irene Preuß-Fiala vergangene Woche mit den Gartenarbeiten angefangen. Und wenn sie mal loslegt, sind die Kinder gleich dabei. Preuß-Fiala sieht es so: "Über die drei Jahre hinweg, die die Kinder im Kindergarten sind, kommt an den Beeten jedes wenigstens mal vorbei." Zumal Kinder immer neugierig seien und wissen wollen, was man mache. Diese "Naturerlebnisse draußen", wie Preuß-Fiala sagt, gehören mit zum Konzept des Kindergartens, dessen Träger ein Elternverein ist. Viele Kindergärten scheuen den Aufwand, einen Garten zu pflegen, in dem eben Kinder mitwuseln. Im Gemeinschaftskindergarten wurden einige Beete mit der Einrichtungsgründung vor fast 30 Jahren angelegt.

Denn ein Anspruch sei: Man wolle, dass die Kinder - momentan sind es 38, die den Kindergarten besuchen -, den Garten im Jahreskreislauf erleben. Zugleich sollen sie erleben, "dass man sich um Pflanzen kümmern muss". Derzeit beginnt das Gärtnerjahr im Kindergarten, in dem die Kinder das Laub aus den Beeten holen. "Wobei wir, wie jedes Jahr, spät dran sind." Zunächst will Preuß-Fiala gucken, welche Pflanzen "überlebt" haben. Rosmarin, Salbei, Melisse, Pfefferminze müssen jedes Jahr einfach sein - doch treiben sie nochmal? Erst, wenn die Kindergartenleiterin das weiß, wird entschieden, was nachgekauft wird.

So viel steht fest: Jedes Jahr gibt es ein Kräuterbeet und jedes Jahr kommen die Tomaten in Kübeln vor die Hauswand. "Dort gedeihen sie besser." Zudem wachsen Johannisbeer- und Himbeersträucher und natürlich Blumen. Welches Gemüse noch angepflanzt wird, ist von Jahr zu Jahr verschieden. Wahrscheinlich werden es diesmal Kartoffeln sein, denn die sind im vergangenem Jahr prächtig gediehen. Zwischen vier und fünf Kilogramm habe man ernten können - sie landeten im Kochtopf, später auf dem Tisch, nämlich beim Kinderkochtag, den es einmal wöchentlich gibt.

Ein Erzieherin ist stets für die Pflege verantwortlich. Wie es sich für einen Kindergarten einer Elterninitiative gehört, müssen die Eltern auch mit ran. Beispielsweise den Gießdienst während der dreiwöchigen Sommerpause übernehmen.

Übrigens werden die Kinder nicht von den Beeten ferngehalten, wie das mitunter daheim geschieht, sondern dürfen dort jederzeit hin, alles anfassen, abzupfen und aufessen. Was die Kinder noch im Beet brennend interessiert: Regenwürmer und Kellerasseln. Preuß-Fiala: "Da lernen Kinder schnell, unter welchem Stein die meisten Tiere sitzen."

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