Der Wolf erregt Unmut

"Die Ausbreitung des Wolfes wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern mit großem Interesse verfolgt", sagt Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). "Große Furcht" hätte es besser getroffen.

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Löst Angst aus, wo er auftaucht: der Wolf.  Foto: 

Fast 150 Jahre waren die Wölfe in Deutschland ausgerottet. Als die Grenzzäune zwischen Ost- und Westeuropa fielen, kehrten sie zurück. Für die Zuwanderung aus dem Osten benutzen sie jahrhundertealte Wildtierpfade, sagt der Wolfsexperte Kenny Kenner aus dem Wendland. Mittlerweile leben 30 Wolfsrudel in Deutschland - die meisten in östlichen Bundesländern, aber auch in Bayern, Niedersachsen und Hessen.

Mit 50 bis 70 beziffert das Umweltministerium in Hannover den Wolfsbestand in Niedersachsen. Der Wolf sei ein "originärer Bestandteil unserer heimischen Tierwelt", sagt Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Seine Ausbreitung werde von vielen mit großem Interesse verfolgt.

Mit großem Interesse - und zunehmend mit Skepsis. Vor allem Niedersachsens Schafhalter warnen inzwischen vor "immer mehr Wölfen" oder fordern "wolfsfreie Zonen". Rund 80 Schafe hätten Wölfe im vergangenen Jahr gerissen oder verletzt. Bereits mehr als 40 in diesem Jahr. Auf einer Demonstration in Hannover legten Züchter aus dem Kreis Vechta eine tote Heidschnucke vor dem Umweltministerium ab.

Das Land informiere die Menschen nicht ausreichend über Wölfe, kritisieren Landwirte. Und es zahle Entschädigung für gerissene Schafe oder Ziegen zu langsam. Denn Geld gibt es nur, wenn DNA-Tests nachweisen, dass tatsächlich Wölfe die Angreifer waren. Auf deren Ergebnisse müssen die Landwirte monatelang warten.

Im März hat ein Wolfsrüde Menschen im westlichen Niedersachsen geängstigt. Er war durch Wohngebiete gestreifte und in der Nähe eines Waldkindergartens aufgetaucht. Das Land entsandte Spezialisten, die ihn fangen sollten. Er verschwand allerdings unbemerkt.

Die Landesjägerschaft begrüßt die Rückkehr der Wölfe offiziell. Die "Jagdzeitung" hingegen berichtete kurz nach Ostern vom angeblichen Angriff eines Wolfes auf einen Jäger in der Lüneburger Heide.

Minister Wenzel will das "Wolfsmanagement" mit hauptamtlichen Mitarbeitern verbessern. Sie sollen die rund 140 von den Kreisen und Kommunen benannten ehrenamtlichen Wolfsberater unterstützen.

Einer von ihnen, der Nienburger Christian Lohmeyer (37), hat seinen Job allerdings gerade hingeschmissen. Vor allem der "rechtliche Umgang mit dem Wolf" sei eine "Katastrophe", sagte er. Es gebe keine Klarheit, wie mit Wölfen umzugehen sei, die sich Menschen nähern. Seine Kosten für Telefon, Internet und Auto würden nicht erstattet, er sei nicht versichert und stehe wegen der immer emotionaler geführten Diskussion zudem "medial und persönlich am Pranger". Das wolle er sich und seiner Familie nicht länger antun.

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Kommentare

13.06.2015 14:53 Uhr

Antwort auf „30 Wolfsrudel in Deutschland”

Ich selbst freue mich sehr über Wölfe in Deutschland. Wer in ihnen eine potentielle Gefahr sieht, sollte besser nicht am Straßenverkehr teilnehmen, denn das ist nun wirklich gefährlich. Ich bezweifle, daß es bei Mensch-Wolf-Begegnungen zu Unfällen kommen wird, es sei denn, der Mensch provoziert das.

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13.06.2015 03:38 Uhr

30 Wolfsrudel in Deutschland

Respekt!

Respekt vor den Wölfen, genauer gesagt ! In unserem von Autobahnen und Schnellstraßen zerklüfteten Land sind immer noch Wölfe unterwegs?

Hat mich persönlich wirklich überrascht! Und gleichzeitig traurig gemacht.

Traurig, weil wahrscheinlich jeder sofort an den " bösen " Wolf denkt, den ihn seine Kindheit vorgemacht hat. Das sie ( Wölfe) völlig anders sind kann jeder heutzutage nachgoogeln !

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