Das Auto als Kommandozentrale

Das perfekte Frauen-Auto soll vor allem praktisch und bunt sein - so die gängige Meinung. Doch was erwarten Frauen tatsächlich von ihrem Auto?

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Von unterwegs noch einmal Herd und Haustür checken, kein Ärger mit Wasserkisten, schön bunt und dazu viele PS: Frauen haben mehr Ansprüche an ihr Auto als Männer. "Sie wollen das Auto wie eine Kommandozentrale nutzen und auch mit ihrem Zuhause verbunden sein", sagte Doris Kortus-Schultes vom Kompetenzzentrum Frau und Auto. Vor allem junge Frauen träumten davon, über ihren Wagen auf soziale Netzwerke zugreifen zu können und zu prüfen, ob der Herd ausgeschaltet und die Tür abgeschlossen sei. Dazu stünden sie auf bunte Farben - und zunehmend auch auf starke Motoren.

"Frauen verwenden das Auto vielfältiger", sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin anlässlich einer Tagung in Göttingen, bei der es bis Dienstag unter anderem um die Themen Mobilität, Kommunikation und Interaktion geht. "Sie wollen die Zeit nutzen, um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben."

Weil sie nach der Arbeit häufiger als ihre Partner Kinder herumkutschierten und einkaufen gingen, bräuchten sie außerdem praktische Wagen mit viel Stauraum und niedriger Ladeschwelle am Kofferraum. "Das wollen aber auch ältere Männer ab Mitte 50", fügte Kortus-Schultes hinzu. Hohe PS-Zahlen und Fahrspaß seien längst keine Männerdomäne mehr. "Je jünger die Frauen sind, desto forscher fahren sie auch." Drei Viertel der Frauen wünschten sich inzwischen mehr PS für ihr nächstes Auto. Aber ein bisschen bunter als bei den Männern dürfe es sein: "Sie finden das gar nicht so aufregend, dass Sitzbezüge an einen gepflegten Herrenanzug erinnern." Für Männer sei dagegen der Wiederverkaufswert wichtiger als knallige Farben.

Sechs Professoren untersuchen am Kompetenzzentrum "Frau und Auto" in Mönchengladbach seit neun Jahren, welche Autos Frauen kaufen und wie sie sich ihren Traumwagen vorstellen. Sie bekommen Aufträge aus der Industrie - denn auch Autobauer interessieren sich dafür, was Frauen haben wollen.

Noch seien die Neuwagen eher auf männlichen Geschmack abgestimmt, sagte Kortus-Schultes. Doch das könnte sich ändern: "Etwa 36 Prozent der Autos in Deutschland sind inzwischen auf Frauen zugelassen, und es werden mehr."

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