Checker, Diven und Turtler

Endlich Sommer, endlich ins Freibad. Doch so mancher Besucher reibt sich die Augen, was sich so alles am Pool rumtreibt. Eine kleine - nicht ganz ernst gemeinte - Typologie der Schwimmbadbesucher.

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  • Die Diva liebt sich und ihr Handy, das Bad ist ihr Laufsteg. 3/4
    Die Diva liebt sich und ihr Handy, das Bad ist ihr Laufsteg.
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Der Bademeister: Er kann Freund, aber auch Feind sein. Eltern lieben ihn, weil er auf die Kleinen aufpasst - wenn er aufpasst, und nicht seine Augen auf das richtet, was der Checker im Visier hat - dazu später mehr. Der natürliche Feind des Bademeisters ist . . .

Der Arschbomber: Er ist meist jung, steht aber schon ganz oben auf der Hassliste des Bademeisters und der Mitschwimmer. Er lauert am Beckenrand oder wartet, dass der Bademeister den Sprungturmöffnet. Am liebsten springt der oft übergewichtige Arschbomber knapp neben Schwimmerinnen ins Wasser. Der Bademeister kriegt den Arschbomber oft nicht zu fassen, weil dieser schnell in der grölenden Menge verschwindet. Er liebt es, den Bademeister zu foppen.

Der Checker: Er ist meist um die 15 bis 18 und lungert am Beckenrand herum oder auch am Kiosk. Dort checkt er ab, wo sich hübsche Mädchen aufhalten. Hat er welche erblickt, rückt er seine Sonnenbrille zurecht und wirft sich in Pose. Die Mädchen kichern dann oft, gucken herüber und tuscheln. Das findet der Checker voll toll. Checker treten auch gerne in Rudeln auf und pöbeln Badegäste an, damit die Mädchen auf sie aufmerksam werden und noch mehr kichern. Den Checker trifft man auch auf dem Rummel am Boxauto - Hauptsache cooool.

Die Diva: Sie ist gut aussehend und weiß das. Mit kichernden Mädchen will sie auf keinen Fall etwas zu tun haben. Die Diva betrachtet das Bad als Laufsteg. Sie rennt nie ausgelassen herum, sondern schreitet über die Wiese und fummelt an ihrem Handy herum. Auch springt sie nie ins Wasser, denn das geht nicht mit der übergroßen Paris-Hilton-Sonnenbrille. Außerdem würden die Haare dann nass werden. Obwohl sie es nie zugeben würde, findet die Diva es toll, wenn der Checker sie anstiert. Die Diva wird auch Tussi genannt.

Der Supersportler: Für ihn ist das Schwimmbad kein Platz der Freude, sondern der Ertüchtigung. Der Supersportler lächelt nie, schätzt aber Publikum. Er krault auf abgesperrten Bahnen, denn da kommt ihm kein Aus-Spaß-Schwimmer in die Quere. Ausgerüstet mit enger Badehose und Schwimmbrille pflügt er durch das (noch) klare Wasser. Sauer wird der Sportschwimmer nicht nur, wenn ihm Jugendliche in den Weg springen, sondern auch, wenn tratschende Damen, stets mit dem Kopf über dem Wasser, seinen Weg kreuzen.

Der lederhäutige Stammgast: Auch er ist - jeden, wirklich jeden Tag - schon morgens im Freibad anzutreffen, um sich den Platz für seine Liege zu sichern. Die steht immer zur Sonne. Für Lichtschutzfaktor 50 hat der Lederhäutige nichts übrig. Gern kommt er in Begleitung seiner ebenfalls tiefbraunen Frau. Beide lösen Sudokus und essen pünktlich um 12 Uhr Kartoffelsalat und Würstchen aus der Kühltasche. Der Ledermann schwimmt gaaaanz langsam seine 34 Bahnen und kann es nicht leiden, wenn Kinder den Weg kreuzen. Dann nölt er, ebenso, wenn Kinder auf der Wiese kicken.

Die Turtler: Sie knutschen die ganze Zeit rum und finden es toll, wenn alle zusehen. Andere Gäste finden es aber nicht toll, wenn sie ihm tief konzentriert die Pickel auf dem Rücken ausdrückt. Die Turtler turteln entweder auf der Wiese, oder im seichten Wasser, bis sie ganz schrumpelig sind - auch knautschig kann man knutschen.

Das Kind: Bevor es stundenlang im Wasser planscht und hineinpinkelt, schreit es lauthals, wenn die Eltern versuchen, ihm Schwimmflügel überzustreifen. Zum Trost bekommt es ein Eis.

Die Eltern des Kindes: Sie haben dauernd Angst, dass dem Kind etwas passieren könnte und die Größeren es ärgern. Wenn ihr Kind ins Wasser pinkelt, würden sie am liebsten weggucken. Der Vater geht dann mit dem Kind auf die Wasserrutsche. Dort rutscht er mit dem verängstigten Kind so langsam, dass oben ein Stau entsteht und alle genervt sind.

Die kichernde Pubertierende: Sie ziert sich lange am Beckenrand, kreischt laut, wenn sie den Zeh ins Wasser hält. Die Kichernde hippelt mit ihren vielen Freundinnen am Beckenrand herum und wartet darauf, von Halbstarken ins Wasser geworfen zu werden. Irgendwann hat sie blaue Lippen und zittert.

Die Großfamilie: Sie breitet sich immer im Schatten derart aus, dass möglichst kein anderer mehr Platz in der Nähe hat, und bringt Unmengen Essensvorräte für mehrere Tage mit. Aus den Taschen quillen Chips, Cola, Brot oder auch mal gebratene Spieße. Der Nachwuchs ist dennoch nicht zufrieden und stehtam Kiosk um Eis und Pommes mit Mayo an. Andere Badegäste finden es extrem eklig, wenn die Mutter die vollen Windeln des kleinen Schreihalses in den ohnehin schon stinkenden Drahtmülleimer werfen - und selbst die nervigen Wespen panisch die Flucht ergreifen.

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