Charakterdarsteller Martin Landau gestorben

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Martin Landau starb „nach unerwarteten Komplikationen“ in einem Krankenhaus in Los Angeles. Foto: Andy Rain  Foto: 

Hochgewachsen, gut aussehend und ein Schauspieler, der in Lee Strasbergs berühmtem Actors Studio in New York sein Handwerk gelernt hat: Martin Landau war ein vielseitiger Charakterdarsteller, der es trotzdem in Hollywood nicht immer leicht hatte.

Erst 1995, nach Dutzenden Spielfilmen und zwei früheren Oscar-Nominierungen, erhielt er für seine Rolle als Bela Lugosi in „Ed Wood“ seinen ersten - und einzigen - Oscar als bester Nebendarsteller.

Mit 89 Jahren hatte er noch mehrere Projekte geplant, doch völlig überraschend schlug am Sonntag die Nachricht von Landaus Tod in Hollywood ein. Er starb am Samstag „nach unerwarteten Komplikationen“ während eines kurzen Krankenhausaufenthaltes in Los Angeles, wie seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Warum er dort zur Behandlung war, wurde zunächst nicht bekannt. Erst im Juni hatte Landau seinen 89. Geburtstag gefeiert.

Nach Theaterauftritten am New Yorker Broadway landete er 1959 in Hollywood gleich vor der Kamera von Alfred Hitchcocks. An der Seite von Cary Grant und James Mason spielte er in dem Thriller „North by Northwest“ (Der unsichtbare Dritte) mit. Es folgte eine kleine Rolle als römischer Soldat in dem Monumentalfilm „Cleopatra“.

Dann wechselte er vor die Fernsehkamera. Als der Geheimagent Rollin Hand in der Serie „Kobra, übernehmen Sie“ (Original-Titel „Mission: Impossible“) wurde Landau zum TV-Star. Eine Rolle, die ihn lange festlegte. An der Seite seiner damaligen Ehefrau Barbara Bain mimte er drei Jahre lang den oft maskierten Agenten. In den 70er Jahren war das Paar dann in der britischen Science-Fiction-Serie „Mondbasis Alpha 1“ zu sehen. Die Ehe ging 1993 nach mehr als 35 gemeinsamen Jahren auseinander.

Gute Filmrollen blieben lange aus, darüber klagte der Schauspieler 1994 in einem Interview. „Ich spielte lausige Rollen in nichtssagenden Filmen, sinnlose Charaktere“, zitierte die „New York Times“ aus dem Gespräch.

Das Comeback glückte ihm 1989 mit „Tucker“, einer Filmbiografie von Francis Ford Coppola. Landau holte den Golden Globe als bester Nebendarsteller und eine Oscar-Nominierung. Dann wurde Woody Allen auf ihm aufmerksam. In „Verbrechen und andere Kleinigkeiten“ spielte Landau einen Arzt, der seine lästig gewordene Geliebte (Anjelica Huston) umbringen lässt und darauf auch noch stolz ist. Wieder wurde er für den Oscar nominiert.

Den Nebenrollen-Oscar nahm er dann 1995 für seine Rolle als der abgehalfterter Dracula-Darsteller Bela Lugosi in Tim Burtons „Ed Wood“ entgegen. Danach stand Landau bis ins hohe Alter regelmäßig vor der Kamera, oft in guten Nebenrollen, etwa als Richter in dem Polithriller „City Hall“ oder als mysteriöser Dr. Kurtzweil in „Akte X – Der Film“.

In dem beklemmenden Thriller „Remember“ übernahm er vor zwei Jahren noch die schwierige Rolle eines im Rollstuhl sitzenden Auschwitz-Überlebenden. In dem Film des Kanadiers Atom Egoyan schickt er einen alten Freund (Christopher Plummer) auf eine Reise durch die USA, um den Auschwitz-Aufseher zu suchen, der einst für den Tod der Familien beider Männer verantwortlich war.

New York Times

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