Büste des Anstoßes: Katar streitet um Frauenfigur an Fassade

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Mit Flaggen wurde die nackte Frauenbrust verhüllt.  Foto: 

Ganz früher mal galt der Orient den Europäern als Ort der Sinnlichkeit. Die Erzählungen von 1000 und einer Nacht las hierzulande manch einer mit hochroten Ohren. Wie man weiß, hat sich das umgedreht, und die arabische Welt hat nun, vorsichtig gesagt, eher Probleme mit den lockeren Sitten des Westens.

 Eine nackte Frauenbrust kann da schon für Schwierigkeiten sorgen, auch wenn sie über hundert Jahre alt und aus Gips ist. Schon 1997 hatte jedenfalls das Emirat Katar die Villa Calé im Berliner Stadtteil Zehlendorf gekauft. Das prächtige Anwesen sollte die neue Botschaft werden. Doch entdeckten die Scheichs offenbar erst nach dem Kauf die nackte Frauengestalt an der Fassade. Und weil der Denkmalschutz ihnen verbot, sie einfach abzuklopfen, ließen sie die Villa ungenutzt. Fast 20 Jahre lang gammelte die Immobilie vor sich hin. Ende vergangenen Jahres dann die Wende: Innerhalb weniger Monate ließen die Kataris das Gebäude von Grund auf renovieren, auch die Nackte. Ein Kulturhaus soll daraus werden.

 Stören die blanken Brüste nicht mehr? Schon, doch verhängten die Eigentümer sie mit der deutschen und katarischen Flagge. Als Zeichen der Freundschaft, wie es heißt. Schließlich feiere man das deutsch-katarische Kulturjahr. Die Flaggen beider Länder seien nur gehisst worden, „um das Feiern von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu würdigen“.

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