Blond, rot oder braun?

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Handelt es sich um kleine Veränderungen, sprechen sich sogar Friseure nicht gegen das Haarefärben zu Hause aus. Foto: Christin Klose  Foto: 

Straßenköterbraun, Aschblond, Grau – das sind die Gründe, warum viele Menschen ihre Haare färben. Sie wollen mit ein paar Nuancen heller oder dunkler oder einem krassen Farbwechsel ein wenig auffälliger und frischer wirken. Es geht immer ein bisschen blonder, ein bisschen brauner oder gar bunter. Dafür gibt es auch eine breite Palette an Färbeprodukten für zu Hause.

Im Grunde ist die Anwendung einfach – und auf den Verpackungen beschrieben. Daher rät Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel auch: „Es ist tatsächlich wichtig, die Farbe sorgfältig so aufzutragen, wie es in der Gebrauchsanweisung beschrieben ist – und nicht einfach im Haar zu verteilen. Auch sollte man die übrigen Hinweise stets genau durchlesen, damit die richtige Einwirkzeit eingehalten wird und es beim Auswaschen keine bösen Überraschungen gibt.“ Man sollte die Einwirkzeit nicht über-, aber auch nicht unterschreiten. So kann es dann etwa bei etlichen grauen Haaren auf dem Kopf sein, dass nicht alle die Farbe annehmen.

Wichtig ist auch, dass man die richtige Menge Färbemittel verwendet. „Wer längeres Haar hat, kauft in der Regel besser zwei Packungen, damit die Farbe auf jeden Fall ausreicht“, sagt Huber. Am besten, man schreibt sich die Marke und den genauen Farbton für „Nachkäufe“ auf.

Doch nicht nur der Vorgang des Färbens an sich sollte mit Sorgfalt erfolgen: „Je nach gewähltem Haarfärbemittel werden die ursprünglichen Eigenschaften des Haares stark verändert. Darum sollte der Färbe- beziehungsweise Tönungsprozess immer mit einer Kur oder einem Conditioner abgeschlossen werden“, erklärt die Kosmetikexpertin. Pflegemittel zur Anwendung direkt nach dem Färben liegen in aller Regel den gekauften Produkten auch bei.

Aber das Haarefärben hat seine Tücken, nicht alles gelingt wirklich gut. Daher lautet Hubers Faustregel: Beim Färben zu Hause besser nur eine Veränderung des Naturtons um ein bis zwei Nuancen heller oder dunkler anstreben.

Den Ansatz korrigieren

Auch Roberto Laraia, Art Director des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, empfiehlt eine beschränkte Anwendung solcher Produkte: „Es spricht nichts dagegen, damit zwischendurch mal die Ansätze zu korrigieren. Schwierig wird es immer dann, wenn eine neue Haarfarbe gewünscht wird. Denn da weicht das Ergebnis doch oft genug vom Wunsch ab.“

Der Friseur Willi Decker aus Hamburg rät daher: „Wichtig beim Färben zu Hause ist, dass man möglichst dicht an der Natur- oder Salonfarbe bleibt. Größere Veränderungen wie von Braun auf Blond sollte man auf jeden Fall dem Profi überlassen.“ Und er empfiehlt, nach zweimaligem Colorieren einen Salonbesuch einzuplanen, „um die Farbe entweder aufzufrischen oder aber zu verändern“. Darüber hinaus gebe es die Möglichkeit, sich vom Friseur die Salonfarbe anmischen zu lassen und diese zu Hause zu benutzen. So könne man sicher sein, den Wunsch-Haarton zu behalten.

Im Wesentlichen unterscheidet man zwei Arten von Färbemitteln: Tönungen und Colorationen. „Der Unterschied ist schnell erklärt“, sagt Laraia. „Tönungen legen sich auf das Haar und überziehen es mit Farbe. Diese Produkte waschen sich dementsprechend auch mit jeder Haarwäsche aus.“ Colorationen dagegen verändern die Haarfarbe von innen heraus. „Zuerst zerstört ein Oxidationsmittel, meistens Wasserstoffperoxid, die natürlichen Pigmente des Haars“, erläutert Laraia. „Danach erhalten sie quasi eine neue Farbe.“

Eine Sonderrolle unter den Färbemitteln nehmen die Blondierungen ein. „Sie fügen dem Haar keine Farbe zu, sondern bleichen es – sie entziehen ihm also die Farbe“, erklärt Huber. „Mit ihnen lässt sich eine dauerhafte Aufhellung um bis zu sechs Tonstufen erzielen.“

Diese Produkte sieht Laraia eher kritisch. Das gelte vor allem für die so genannten Blondier-Sprays. „Man muss sich das so vorstellen: Die chemische Reaktion, die diese auf dem Haar auslösen, halten auch nach dem Aufsprühen an.“ Das Haar sei dauerhaft einem – wenn auch abgeschwächten – Aufhellungsprozess ausgesetzt. „Man kann sich vorstellen, dass das nicht zwingend gesund ist.“

Doch nicht nur das Haar kann unter einer aggressiven Farbbehandlung leiden, auch die Kopfhaut kann es treffen. „Es gibt durchaus Fälle, in denen es zu einer toxischen Reaktion kommt“, sagt die Dermatologin Uta Schlossberger aus Köln. „Das bezeichnen wir dann als toxische Kontaktdermatitis. Diese tritt nach äußerlichem Kontakt mit schädlichen Stoffen auf.“ Das könne bei Wasserstoffperoxid oder Ammoniak sein. „Im Unterschied zur allergischen Kontaktdermatitis handelt es sich dabei nicht um eine überschießende Abwehrreaktion der Haut auf einen an sich nicht gefährlichen oder reizenden Stoff, sondern um eine direkte Schädigung der Haut.“

Auch klassische Allergien sind beim Haarefärben ein Thema. Deshalb rät die Hautärztin, unbedingt den auf den Packungen empfohlenen Allergietest zu machen. Dabei wird eine Probe des Färbeprodukts auf die Haut aufgetragen. Nach einigen Stunden sieht man, ob der Körper darauf reagiert. Erst danach sollten die Haare gefärbt werden. dpa

Die ersten grauen Barthaare sprießen – dann dürfen Männer ruhig ein bisschen mit Farbe schummeln. Wichtig ist, beim Färben keine zu dunklen Töne zu wählen. „Das sieht immer künstlich aus“, sagt Barbara Psoch, Vorsitzende des Vereins Haar-Verband. Dunkelbraun sei besser geeignet als Blauschwarz. Am besten überlässt man das Färben dem Fachmann, rät sie. „Wer es trotzdem versuchen will, sollte eine Hautschutzcreme an der Konturlinie zum Gesicht auftragen.“ So verhindert man, dass die Haut Farbe abbekommt.

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