BKA-Chef: Fahndung mit Missbrauchsfotos bleibt Einzelfallentscheidung

Innerhalb von nur sechs Stunden nach der öffentlichen Fahndung mit Missbrauchsfotos wird der mutmaßliche Täter gefasst. Der Haftbefehl gegen den 24-Jährigen wird wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr erlassen.

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BKA-Chef Holger Münch hat die öffentliche Fahndung mit Missbrauchsfotos eines kleinen Mädchens verteidigt. Dieses Mittel werde nur eingesetzt, wenn alle anderen Fahndungsmöglichkeiten nicht zum Erfolg führten, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

Im Fall des vierjährigen Mädchens sei das Videomaterial über hundert Mal gesichtet worden. Nachdem es keine weiteren Ansatzpunkte mehr gegeben habe, sei nur die öffentliche Fahndung als letztes Mittel übrig geblieben, erklärte Münch. Es müsse aber immer von Fall zu Fall entschieden werden.

Innerhalb kürzester Zeit seien so eine Million Menschen erreicht und der Täter innerhalb von sechs Stunden identifiziert worden. „Das sind die guten Seiten der neuen Welt von Social Media“, sagte Münch.

Gegen den 24-jährigen Beschuldigten aus Niedersachsen wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. Der Mann stammt nach Angaben der Ermittler aus dem persönlichen Umfeld des Opfers. Ihm wird vorgeworfen, das kleine Mädchen zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht zu haben. Der 24-Jährige soll Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs gemacht und diese anschließend auf einer kinderpornografischen Plattform im Darknet – einem abgeschirmten Bereich des Internets – verbreitet haben. Das Kind ist inzwischen wieder in elterlicher Obhut. Es soll ihm den Umständen entsprechend gut gehen.

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