Besucherandrang an der Plaza der Hamburger Elbphilharmonie

Nebelschwaden und Nieselregen - das Wetter meint es nicht gut mit den ersten Besuchern, die am Samstag die Plaza der Hamburger Elbphilharmonie besichtigen. Die meisten von ihnen sind trotzdem zufrieden.

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Neues Wahrzeichen: Die Plaza der Elbphilharmonie ist für Besucher geöffnet. Foto: Axel Heimken/dpa

Nebelschwaden und Nieselregen - das Wetter meint es nicht gut mit den ersten Besuchern, die am Samstag die Plaza der Hamburger Elbphilharmonie besichtigen. Die meisten von ihnen sind trotzdem zufrieden.

„Die Aussicht ist heute ein bisschen diesig, aber grandios“, stellt eine Besucherin entschieden fest. „Ich muss leider sagen, sie ist schöner als vom Michel. Hamburg hat ein neues Wahrzeichen.“ Die Verantwortlichen in Politik und bei den Baubeteiligten werden es gern hören.

Erst am Vortag hatte das Bauunternehmen Hochtief das spektakuläre, kurz „Elphi“ genannte Gebäude an die Stadt Hamburg übergeben, bei einem Festakt mit Oberbürgermeister Olaf Scholz (SPD), Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes, Generalintendant Christoph Lieben-Seutter sowie den Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron.

Ursprünglich hatte das Gebäude bereits 2010 eröffnet werden sollen. Nicht nur bauliche Schwierigkeiten hatten die Eröffnung verzögert. Auch die Kostenexplosion von 77 auf 789 Millionen Euro wirkte sich verlangsamend auf den Bau aus. Zwischenzeitlich standen die Bagger und Kräne anderthalb Jahre lang still, weil Baufirma und Stadt sich zeitweise uneinig waren, wie es mit dem Projekt weitergehen sollte.

Umso größer ist die Spannung unter den ersten Besuchern, die das Gebäude nun besuchen dürfen. Über eine Rolltreppe, vorbei an pailettenbesetzten Wänden, gelangen die Pioniere zum ersten Highlight: ein Panoramafenster mit Blick auf die Elbe und den Hamburger Hafen. Im Foyer spielt eine Jazz-Band. Von dort gelangt man zum kleinen und großen Konzertsaal - und durch zwei große gläserne Windschotts auf den Aussichtsbalkon, der in 37 Metern Höhe einmal rund um das Gebäude führt.

Wenige Meter darunter genießt einer der ersten Gäste des am Freitag eröffneten Luxushotels im Gebäude der Elbphilharmonie den Ausblick. Im Bademantel blickt er vom Hotelbalkon auf Hafenbecken und Speicherstadt. „Moin, Moin. Alles gut da unten. Wie sind die Zimmer?“, ruft eine Besucherin der Aussichtsplattform dem fröstelnden Hotelgast über das Geländer zu, der mit einem gereckten Daumen antwortet.

„Ich war anfangs wegen der Kostensteigerungen schon ein bisschen skeptisch“, gibt die Hamburgerin Katharina Klauser zu: „Doch im Nachhinein denke ich, es hat sich gelohnt. Das bleibt ja nicht für zehn Jahre, das bleibt für immer, hoffe ich.“

Andere Besucher sehen das kritischer: „Man fragt sich schon, wo das ganze Geld geblieben ist“, meint Katharina Schäffer. „Letztendlich sieht man gar nicht so viel. Man hat einen schönen Blick über Hamburg, aber den gibt es auch von anderen Sehenswürdigkeiten“, ergänzt eine Freundin der Hamburgerin. Ob sich die Investition gelohnt habe, zeige sich erst, wenn die Konzertsäle für die Öffentlichkeit geöffnet würden.

Das NDR Elbphilharmonieorchester, das am 11. Januar 2017 den großen Konzertsaal einweihen soll, hatte im September bei einer Probe Gelegenheit, die Akustik des Raumes zu testen. Dabei seien Tränen geflossen, bekannte Dirigent Thomas Hengelbrock - Freudentränen.

Bis zu 1200 Menschen dürfen sich gleichzeitig auf der Plaza aufhalten. Der Besuch wird über Tickets geregelt. Kostenlose Tickets für einen Besuch am selben Tag sind im Besucherzentrum, im Eingangsbereich der Elbphilharmonie sowie im Internet nach Verfügbarkeit erhältlich. Vorausbuchungen sind für zwei Euro pro Ticket möglich.

Elbphilharmonie

Hotel Westin

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