Bahn will sich nach 15 Jahren entschuldigen

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Nach dem Unglück von Eschede entstanden zwischen Bahn und Opfern tiefe Gräben. Es ging um die Frage nach Vermeidbarkeit, Schuld und Entschädigung. Zum 15. Jahrestag lenkt die Bahn nun ein.

Bahnchef Rüdiger Grube möchte sich bei der Gedenkfeier am heutigen Montag bei Angehörigen und Opfern entschuldigen. Beiden Seiten ist nach langem Streit um die Schuldfrage und die Entschädigung an einer Versöhnung gelegen. Hinterbliebene hatten lange vergeblich auf eine offizielle Entschuldigung abseits der juristischen Aufarbeitung der Katastrophe gehofft.

Opfer, Helfer und Bahnvertreter kommen an der neu gestalteten Gedenkstätte für die 101 Opfer des schwersten Zugunglücks der deutschen Nachkriegsgeschichte zusammen. "Wir wollen ein versöhnliches Ende des Konfliktes zwischen der Bahn und den Hinterbliebenen und Opfern. Ich werde am 3. Juni zum Jahrestag an der Gedenkstätte sprechen", hatte Grube angekündigt. "Ich bin froh, dass ich das machen kann und werde mich für das entstandene menschliche Leid entschuldigen."

Als Auslöser des Unfalls wurde ein gebrochener Radreifen ausgemacht. Kritik gab es daher an den Sicherheitsüberprüfungen der Räder. Ob die drei nach dem Unglück angeklagten Mitarbeiter der Bahn und des Radreifenherstellers notwendige Untersuchungen unterließen, wird nie geklärt werden. Das Lüneburger Landgericht stellte nach mehr als 50 Verhandlungstagen den Prozess mit einer Geldauflage von 10 000 Euro für jeden ein. dpa

Eschede: Suche nach Frieden 15 Jahre nach dem ICE-Unglück gehen Bahn und Opfer aufeinander zu
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