Viel Werbung und ein Topmodel
Köln. Drei Stunden Topmodel-Finale haben gezeigt: Der Spannungsbogen lässt sich überdehnen. Zwischen den Werbepausen wurde geprotzt: Musik-Welt-Stars, Haute Couture, viel Heidi Klum und eine Siegerin: Alisar.
"Wer ist Germanys Next Topmodel? Wer ist es? Wer?" - Heidi Klum starrte am Donnerstagabend mal wieder mit zwei "wunderschönen Mädchen" links und rechts auf die große Leinwand, auf der das Cosmopolitan-Cover zu sehen war. Endlos lange Minuten später hieß die Antwort auf Klums quälende Fragen: Alisar. Sie ist "Austrias, pardon, Germanys Next Topmodel".
Fast drei Stunden Werbung mit kurzen Live-Showunterbrechungen musste der Zuschauer hinter sich bringen, um zu erfahren, dass das neue deutsche Topmodel aus Österreich kommt. Eine Überraschung.
Zwischen den Werbepausen gab es viel Heidi Klum - im Raubtierlook mit gezähmter Frisur - und viel von dem, was die Finalsendungen in den letzten vier Jahren auch schon zu bieten hatten: fade Rückblicke auf eine eher farblose Staffel, Catwalks, Musik und zwei Entscheidungen.
Und trotzdem. Die Lanxess-Arena in Köln war voll, kreischende Teenies bereiteten Alisar, Hanna und Laura einen fulminanten Start, Lauftrainer Jorge machte sich auf dem glatten Boden lang, und die Jury hatte Spaß. Die Inszenierung war perfekt, oben drauf gab es noch Katy Perry und Kylie Minogue zu sehen. Und die Monrose-Mädels.
Nur irgendwie war immer mehr Heidi, Werbung und Rückblick-Filmchen als Models. Zu den Catwalks durften Alisar, Hanna und Laura den Backstagebereich verlassen: im Mini-Glitzer-Kleid, im schwarzem Leder-Outfit und in Haute Couture. Für die ehrgeizige Laura war nach Runde zwei Schluss. Zuvor gabs als "Trostpflaster" für alle drei noch ein Auto. Kristian Schuller, Fotograf und Jurymitglied, hatte sich für die verbleibenden Zwei noch was Kreatives ausgedacht. "Wir shooten das Siegerfoto." Und das vor der Entscheidung! Alisar und Hanna hatten je zwei Minuten Zeit, da konnte man noch Werbung für Schullers Fotoband machen.
Am Ende regnete es pinken Flitter-Glitter auf eine mehr oder weniger strahlende Alisar, die nun zeigen muss, ob sie es wirklich kann.
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Autor: VANESSA MANG | 12.06.2010
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