Angeklagte berichtet über brutales Höxter-System

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Gegen fünf Frauen habe sie selbst Gewalt angewendet. Das hat die Angeklagte Angelika W. im Prozess um Misshandlungen in Höxter gestanden. Dem Landgericht Paderborn legte sie eine Liste mit mehr als 70 Arten von Methoden vor, die sie oder ihr Ex-Mann Wilfried W. die Frauen misshandelt hätten: Schläge, Beleidigungen, Verbrühen, stundenlanges Anketten im Schweinestall, Würgen und mehr.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, über Jahre hinweg Frauen nach Ostwestfalen gelockt und brutal misshandelt zu haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen sind infolge der Quälereien gestorben, andere Frauen entkamen.

Angelika W. schilderte das Bestrafungssystem: Bei kleinstem angeblichem Fehlverhalten (ein falsches Wort, ein Haar auf dem Küchentisch) sei ihr Ex-Mann ausgerastet, weil er sich missachtet gefühlt habe. Die Frauen hätten dann schriftlich versichern müssen, sich zu ändern. Als sie dennoch weiter Fehler machten, habe auch sie eingegriffen.

Rückkehr unter Bedingungen

Ende 2011 sei eine Frau aus Magdeburg für mehrere Monate eingezogen, sagte Angelika W. Dreiviertel der Gewalttaten an ihr seien von Wilfried W. ausgegangen. Unter anderem habe er sie mit einer Schaufel geschlagen oder ihr ein Messer an die Kehle gesetzt. Sie selbst habe die Frau unter anderem geschlagen, gewürgt oder im kalten Schweinestall angekettet.

Die Frau durfte nach einigen Monaten nach Magdeburg zurückkehren. Zuvor habe sie ein Schriftstück unterschreiben müssen, in dem sie versicherte, dass es nie zu Gewalttätigkeiten gekommen sei.

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