Ampel-Wahn: Grüner Kasper in Augsburg

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Der Kasper der Augsburger Puppenkiste stand Pate für den neuen Augsburger Ampel-Kasper.  Foto: 

Ostberliner Ampelmännchen sind längst Kult. Kein Wunder also, dass sie einen wahren Hype um die Gestaltung der allgegenwärtigen Lichtsignal ausgelöst haben. Städte überschlagen sich mit Ideen und Projekten: Plötzlich gibt es Ampelmädchen hier, Ampelpärchen da, in Mainz die Mainzelmännchen­-Ampeln.

Die Schwaben wollten ihr Äffle- und Pferdle­-Duo verewigen, doch Stuttgart sträubt sich trotz einer Online-­Petition mit vielen Unterstützern nach wie vor dagegen. Bamberg hingegen liebäugelt mit einer Sams­Ampel. In der Stadt lebt der Kinderbuchautor und Sams­-Erfinder Paul Maar. Und nun kommt Augsburg dazu. Den Kasperl haben sie zu ihrem Ampelmann erkoren. Schließlich ist der Kerl mit dem losen Mundwerk eine Institution. Die Augsburger Puppenkiste hätte es ohne ihn nie gegeben. Er zählt neben Urmel aus dem Eis und Jim Knopf zu den beliebtesten Darstellern des Marionetten­-Theaters.

Die Stadt findet, ein grüner Kasperl ist okay. Einen roten will man aber nicht haben. Mit der politischen Einstellung der Augsburger hat das allerdings nichts zu tun. Die Kommune befürchtet, in Haftung genommen zu werden, falls ein Unfall passiert. Also bleibt das rote Lichtzeichen ein ganz normales Männchen, aus Sicherheitsgründen, denn es sei besser erkennbar, sagt die Stadt.

Der Kasperl sagt nichts dazu. Eigentlich komisch. Sonst nimmt er nie ein Blatt vor den Mund.

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