"Schlimmste Stunden"

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Nach dem Attentat richtete Innenminister Hans-Dietrich Genscher eine Spezialeinheit unter Leitung seines Adjutanten Ulrich Wegener ein, die GSG 9. Wegener hatte die Ereignisse miterlebt. Er sei regelrecht traumatisiert gewesen, sagte er. Sein erster Gedanke damals: "Das darf nicht noch einmal passieren in Deutschland."

Genscher leitete federführend die komplizierten Verhandlungen. Ihm zur Seite stand Wegener als Berater. "Die ganze Hilflosigkeit hat uns sehr zugesetzt", erinnert sich der heute 82-jährige einstige Verbindungsoffizier des Bundesgrenzschutzes. Er war dabei, als am Ende Terroristen und Geiseln mit zwei Hubschraubern nach Fürstenfeldbruck gebracht wurden. Auf dem Militärflughafen kam es zum Schusswechsel, bei dem alle neun Geiseln und fünf der acht Entführer starben. Der Film zeigt, wie Genscher und seine Leute im Tower unter den Schreibtischen Schutz suchen. Das dies tatsächlich so war, bestätigt Wegener und fügt hinzu: "Das waren die schlimmsten Stunden meines Lebens."

Zur Frage, woran es gefehlt habe damals, sagt er: "Es fehlte eine präzise Einsatzleitung vor Ort, die war nicht vorhanden. Jeder hat reingeredet. Es gab einige Leute, die Ansätze gemacht haben, etwas durchzuführen, aber es waren alles halbe Sachen. Es war kein vernünftiges Lagebild vorher erstellt worden und keine Lagebeurteilung. Und die Kräfte waren nicht richtig eingesetzt." dpa/kna

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