Paris verbietet Anti-Baby-Pille "Diane 35"
Ein häufig als Antibabypille und zugleich gegen Akne verschriebenes Medikament von Bayer wird in Frankreich wegen möglicher tödlicher Nebenwirkungen verboten.
Autor: DPA |Ein häufig als Antibabypille und zugleich gegen Akne verschriebenes Medikament von Bayer wird in Frankreich wegen möglicher tödlicher Nebenwirkungen verboten. Das Präparat "Diane 35" sowie Nachahmermittel dürften nur noch in einer Übergangszeit von drei Monaten vertrieben werden, kündigte die Arzneimittelaufsichtsbehörde ANSM in Paris an. Hintergrund der Entscheidung sei der Schutz möglicherweise gefährdeter Patienten. "Es gibt zahlreiche andere Therapiemöglichkeiten", sagte ANSM-Chef Dominique Maraninchi.
In Frankreich sollen seit 1987 mindestens vier Todesfälle auf die Einnahme des Medikamentes zurückgehen. Die Betroffenen starben demnach an den Folgen von Venenthrombosen. In 125 weiteren Fällen wurden nach Angaben der Aufsichtsbehörde nicht-tödliche Blutgerinnsel in Venen oder Arterien registriert.
Das Medikament "Diane 35" ist in Frankreich zur Behandlung von Akne zugelassen, wird aber oft wegen seiner empfängnisverhütenden Wirkung verschrieben. Nach Schätzungen der ANSM nahmen im Jahr 2012 in Frankreich rund 315 000 Frauen das Bayer-Medikament oder ein Nachahmerpräparat (Generikum).
Weltweit ist "Diane 35" in 135 Ländern zugelassen. Grundsätzlich ist bekannt, dass die Einnahme von Antibabypillen das Thrombose-Risiko erhöhen kann.




