Kachelmann will seine Firma weiter ausbauen

Zürich.  Erster öffentlicher Auftritt vor der Presse seit dem Freispruch: Jörg Kachelmann spricht über seine Pläne. Eine Zukunft in der ARD ist ungewiss.

Der Schweizer Wettermoderator Jörg Kachelmann baut an einer Zukunft auch ohne Rückkehr auf Deutschlands öffentlich-rechtliche Bildschirme. "Glauben Sie mir, es ist nicht so toll, auf der anderen Seite der Kamera zu stehen", sagte Kachelmann gestern bei seinem ersten öffentlichen Auftritt vor der Presse seit seinem Freispruch Ende Mai. Dem TV-Moderator war Vergewaltigung vorgeworfen worden, er hatte das stets bestritten.

Er werde sich mit aller Kraft seiner Firma Meteomedia in der Schweiz und ihrem internationalen Ausbau widmen, sagte Kachelmann, der gestern 53 Jahre alt wurde, in Zürich. "Wetterstationen aufstellen kann ich seit 30 Jahren am besten."

Die Entscheidung, ob er wieder das Wetter im deutschen Fernsehen moderiere, liege bei der ARD, fügte er hinzu. Der Sender will erst entscheiden, wenn das Urteil gegen Kachelmann, der mangels Beweisen frei gesprochen worden war, rechtskräftig ist. Kachelmann sagte, er sehe dieser Entscheidung "sehr entspannt" entgegen. Daran hänge nicht sein Leben und er sei dann weder "narzisstisch gekränkt noch erfreut in der anderen Richtung".

Der 53-Jährige kündigte an, über einen neuen Videoservice im Internet Wettermeldungen im Schweizer Dialekt und auf Englisch anbieten zu wollen. Gleichzeitig gab das Unternehmen Meteomedia bekannt, es arbeite künftig mit der Münchner Bavaria Film Gruppe zusammen. Von Anfang 2012 an wollen sie Wettersendungen - auch fürs Fernsehen - herstellen. Begründet wurde das unter anderem damit, dass die Produktionen in der Schweiz zu teuer werden könnten.

Meteomedia verfügt nach eigenen Angaben über 830 Stationen in Europa und verwertet Daten von weltweit 17 000 Stationen. Das Unternehmen plane auch den Aufbau von 1000 Wetterstationen auf den Philippinen. dpa


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Autor: SWP | 16.07.2011

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