Intelligent und sozial
Delfine gehören zur Familie der Zahnwale und sind keine Fische, sondern Meeressäuger. Es gibt mehr als 40 Delfinarten. Delfine können zwei bis vier Meter groß werden. Sie sind äußerst gesellige Tiere und leben deshalb in Gruppen. In diesen Gruppen, auch "Schulen" genannt, gehen sie jagen. Der Gesamtbestand der Delfinart Großer Tümmler, die am häufigsten in Delfinarien zu sehen ist, wird weltweit auf rund fünf Millionen Tiere geschätzt. Große Tümmler schwimmen in Freiheit tausende Kilometer und können sehr tief tauchen. Mit ihrer Sonarortung, ähnlich dem Echolot der Fledermäuse, verfügen sie über eine der erstaunlichsten Sinnesleistungen im Tierreich. In vielen Ländern stehen Delfine unter Schutz. Die größte Bedrohung für sie sind in der Regel Fischernetze.
Zwei der am weitesten verbreiteten Mythen betreffen den Spieltrieb und die Intelligenz von Delfinen. Klar ist: Mit den Affen zählen Delfine zu den intelligentesten Tieren der Welt. Die Gehirnmasse beim Delfin ist fast so groß wie beim Menschen. Nach Meinung von Forschern ist das ein Indiz dafür, dass sie komplex denken können und eine schnelle Auffassungsgabe haben. Es gibt auch Hinweise, dass Delfine ihr Spiegelbild erkennen können. Forscher gehen deshalb von einem "Ich-Bewusstsein" der Tiere aus.
Doch andere Wissenschaftler glauben, dass das Delfinhirn so groß ist, weil es zur Körpererwärmung beitragen muss. Da Delfine über Wellen "reiten", wird das oft auf ihre spielerische Art zurückgeführt. Erwiesen ist das nicht. Eine andere These lautet, dass sie aus dem Wasser springen, um kurzzeitig beim Jagen zu beschleunigen.
In rund 60 Staaten der Welt leben Delfine und kleine Wale wie Orcas in Zoos und Delfinarien. Allein in der Europäischen Union gibt es nach einem Bericht der Wal- und Delfinschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation Society 34 Delfinarien in 14 Ländern. Mit elf Anlagen liegt Spanien an der Spitze, dann folgt Italien mit fünf.
In deutschen Zoos gibt es drei Anlagen: Münster, Duisburg und Nürnberg. Münster will sein Delfinarium bald schließen, in Nürnberg wird dagegen ein Neubau eröffnet. Sechs Anlagen in deutschen Freizeitparks sind in den vergangenen Jahren bereits aufgegeben worden.
Delfinarien sind heftig umstritten. Viele Menschen lieben die Vorführungen mit Delfinen, die durch Reifen springen oder Bälle auf der Nase balancieren. Tierschützer jedoch kritisieren die Haltung der intelligenten Säugetiere in Gefangenschaft seit Jahren. Hauptargument ist, dass Wale und Delfine in künstlichen Becken nicht artgerecht leben können und erheblich früher als in Freiheit sterben. dpa
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Autor: SWP | 20.07.2011
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Kommentare (1)
gegen Gefangenhaltung von Delfinen !!!
Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht "natürlich", denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.