Hohe Erwartungen an Amy Macdonald
London. Amy Macdonald (22) hat die Messlatte für ihr neues Album hochgelegt. Die schottische Sängerin, die ihre Lieder noch selbst schreibt, will an ihren preisgekrönten Einstand «This Is The Life» anknüpfen.
«Ich will es allen zeigen, dass das Debüt keine Eintagsfliege war», sagte die Echo-Preisträgerin im dpa-Interview. Die erste Single gibt die Erfolgsspur für die neue Platte vor; «Don't Tell Me That It's Over» stieg auf Platz 6 der deutschen Charts ein. Das neue Album «A Curious Thing» (Ein kurioses Ding) ist seit Freitag erhältlich, eine Woche später als ursprünglich geplant. Ist es die alte Gitarrenleier oder eine konsequente Weiterentwicklung ihres Stils?
Kurios an ihrer zweiten Platte ist vor allem, wie schnell sie aufgenommen wurde. «Meinen letzten Auftritt hatte ich im September, die paar Monate danach habe ich hier meinen Gesang aufgenommen», sagte Macdonald. «Pete (Wilkinson), mein Produzent, bat mich mal, ins Studio zu kommen und ein paar Demos aufzunehmen. Dann scherzte er: "Das sind zehn Songs, das ist ein Album, wir sind fertig." Ich hatte nicht das Gefühl, dass es überhaupt losging.»
Dann musste die Schottin sich aber doch noch mal ransetzen. Drei neue Songs mussten her. Und im Bett sang die Langschläferin ein Lied neu ein, weil die Aufnahme im Computer beschädigt war. «Wir hatten das Luxusproblem, wieder Lieder vom Album runterzunehmen.» Dabei habe sie selbst nie direkt an ein zweites Album gedacht. Viele der «neuen» Lieder seien alt oder auf der kräftezehrenden Tour angefangen, aber nicht ganz fertig geworden.
Die junge Frau ist aus ihrem jugendlichen Kokon erwacht - weg von dem Lagerfeuer-Gitarrengeklampfe mit Teenie-Themen hin zu peppiger elektronischer Popmusik mit Dance-Einflüssen, die schon Lady Gaga und Co. populär machten. Kraftvoll und «trotzig», wie sie sagt, schmettert die schüchterne Sängerin in «Spark» und «I Got No Roots» ihre Erlebnisse hin. Synthesizer und zahlreiche Computer-Effekte heben den Klangteppich, ohne aufdringlich oder anbiedernd zu wirken. Dabei half Britpop-Erfolgsproduzent Paul Weller mit. Ihr Gesang nähert sich weiter an Dolores O'Riordan von den Cranberries an.
Doch Macdonald bleibt auch ihrem alten Stil treu. Freunde des Schifferklaviers, die schon die schwungvolle Nummer «Barrowland Ballroom» auf dem Debütalbum mochten, werden «This Pretty Face» lieben. Wer bei tragenden, verträumten Songs mit breitem E-Gitarren- Teppich wie «Youth Of Today» taumeln will, wird an «Troubled Soul» kleben bleiben - Macdonald liefert mehr Musik für Lagerfeuerromantik.
Der neue Stil ist eine Gratwanderung, wie sie kürzlich bei einem Konzert in Berlin zeigte. Im Rampenlicht glitzert der für einen Gala- Abend zurechtgemachte Popstar im engen blauen Paillettenkleid, danebenstehen die Musiker lockerlässig im Holzfällerhemd. Eigentlich mag sie ja kein Rampenlicht und Promi-Dasein. Ein Star sucht seinen Stil.
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Autor: Von Sebastian Döring, dpa | 16.03.2010
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Amy Macdonald will an ihren preisgekrönten Einstand «This Is The Life» anknüpfen.
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