Hochwasser lässt Krankheiten ausbrechen

Bangkok. 

Ratten, Ungeziefer, Fieber und Durchfall - den Menschen in Thailands Überschwemmungsgebieten bleibt wenig erspart. Um ärztliche Hilfe zu bekommen, müssen sie oft viele Kilometer durch fauliges Wasser waten. Und es wird noch mindestens zehn Tage dauern, bis das Hochwasser abfließt.

Mit einem Schrei ist eine junge Frau namens Somporn in ihrem halb unter Wasser stehenden Haus aus dem Schlaf erwacht. Ein 25 Zentimeter langer, giftiger Hundertfüßler hat sie in den Arm gebissen. Wäre es eine Schlange gewesen, wäre die 28-Jährige jetzt tot. Somporn lebt im Bezirk Don Muang, 30 Kilometer nördlich der Innenstadt. Das Viertel war eines der ersten, die überschwemmt wurden. Seit zwei Wochen steht das Erdgeschoss von Somporns Holzhütte einen Meter unter Wasser. Sie lebt deshalb im zweiten Stock, mit fünf Katzen, drei Hunden und acht Enten. Nach dem Biss des Hundertfüsslers watete die junge Frau durch brusttiefes, schon fauliges Wasser zur Autobahn. Dort fand sie ein Taxi, das sie zum Krankenhaus brachte.

"Wir sehen vor allem Leute, die über Kopfschmerzen, Durchfall und Fußpilz klagen" sagt die Krankenschwester Varabhorn Bhumiswasdi, die als Freiwillige im Einsatz ist. "Wir fürchten auch, dass bald die Zahl der Leptospirosen steigt."

Diese Krankheit ist typisch in Überschwemmungsgebieten. Menschen infizieren sich durch den Kontakt mit Urin, Blut oder Gewebe infizierter Ratten oder Mäuse damit. Auch mehr Fälle von Dengue-Fieber als normal erwarten die Ärzte. Es geht mit Schüttelfrost und starken Gliederschmerzen einher. Laut Gesundheitsministerium sind an den Folgen des Hochwassers mehr als 750 000 Menschen erkrankt. dpa


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Autor: SWP | 02.11.2011

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