Frau ermordet, um an Wohnung zu kommen
In München steht ein Schüler vor Gericht, weil er eine Frau äußerst brutal erstochen haben soll. Das angebliche Motiv für die Bluttat ist bizarr.
Autor: PATRICK GUYTON |Drei Wochen ermittelte die Münchner Polizei, wer die Verlagsangestellte Katrin M. äußerst brutal mit 18 Messerstichen getötet hat. Jetzt wurde ein Schüler (19) aus der Nachbarschaft verhaftet, der vermutlich psychisch schwer angeschlagen ist: Der Geständige hat zum Motiv gegenüber der Polizei gesagt, er habe dadurch zu einer Wohnung kommen wollen.
Der Mord hatte im Stadtteil Obersendling für Verängstigung gesorgt. Die 31-jährige M. war vom Fitnessstudio mit S- und U-Bahn nach Hause gefahren. Gegen 19 Uhr wurde sie im Eingang des Mehrfamilienhauses getötet, in dem sie mit ihrem Freund wohnte.
Die Polizei war von einer Beziehungstat ausgegangen, die große Brutalität hatte auf starke Emotionen des Täters hingewiesen. Doch weder der Lebensgefährte noch frühere Freunde kamen infrage. So wuchs in Obersendling Tag für Tag die Angst vor dem unbekannten Täter, der Katrin M. möglicherweise zufällig ermordet hatte.
So ähnlich war es dann auch. Kripo-Oberrat Markus Kraus sagte, "Täter und Opfer haben sich nicht gekannt, es war ein Zufallsmord". Der 19-Jährige sei nach eigener Aussage der Frau eine Weile gefolgt und habe dann im Wohnhaus das Messer gezückt. M. hatte mit Kopfhörern Musik gehört und ihn möglicherweise nicht bemerkt.
Schon drei Tage nach dem Mord gab es laut Polizei Hinweise auf den jungen Mann, der bei seiner Mutter wohnte. Einem Polizisten aus dem Stadtteil war er 2012 aufgefallen, weil er versuchte, sich eine Waffe zu besorgen. Zudem soll er Gewaltfantasien geäußert haben. Die Polizei hatte daraufhin das Jugend- und Sozialamt informiert. Ob es zu Kontakten kam, ist derzeit nicht bekannt.
Bei den Mordermittlungen galt er als "Gefährder" aus dem Wohnviertel. Bei ihm zu Hause fand man den abgebrochenen Griff des Tatmessers und blutige Kleidung. Auch die DNA-Spuren passten, und er gestand die Tat schnell.
Gestern wurde er psychiatrisch untersucht. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt und nicht im Gefängnis.






