Affenfrauen stehen nicht auf Macho-Typen

Basel.  Orang-Utan-Weibchen lassen sich nicht von Macho-Männchen blenden. Das fanden Forscher auf Borneo heraus, die aus der Orang-Utan-"Sprache" ein besonderes Brüllen entschlüsselt haben.

Die Weibchen können genau erkennen, ob "er" Avancen macht oder nur einen Rivalen auf Distanz halten will, berichteten Carel von Chaik von der Universität Zürich und sein Team in der Zeitschrift "Ethology" der Ethologischen Gesellschaft in Basel.

Die Forscher beobachteten Orang-Utan-Männchen im Naturreservat Tuanan auf Borneo. Sie analysierten die besondere Tonfrequenz, die nur geschlechtsreife Männchen ausstoßen. Ihr lauter Ruf besteht aus einer Serie dröhnender Schreie und lautem Grummeln und ist selbst im dichten Dschungel mehr als einen Kilometer weit zu hören.

Die Forscher stellten fest, dass die Männchen nicht nur so brüllen, um Weibchen anzuziehen. Ein Orang-Utan lässt sich auch durch andere Rufer in der Nähe zu einem solchen Brüller hinreißen, oder einfach, um den Macho raushängen zu lassen. Dann macht er oft noch zusätzlich Radau durch das Zerschlagen von Ästen. Dieses Imponiergehabe unterscheidet sich vom liebestollen Brüllen durch eine schnellere Frequenz und kürzere Schreie. Die Weibchen erkennen dies offenbar genau: Geschlechtsreife Orang-Utan-Damen kamen näher, wenn das Brüllen tatsächlich ihnen galt, und ignorierten das Dominanzgeschrei zwischen Männchen. Weibliche Orang-Utans mit Kleinen im Schlepptau ließen sich von den Rufen gar nicht locken. dpa


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10.03.2010

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