15-Jährigen aus der eigenen Clique ermordet

Achteinhalb Jahre Haft wegen Mordes hat ein Bremer Gericht gegen einen 21-Jährigen verhängt. Er hatte einen 15-Jährigen Jungen erstochen.

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Vier Bremer Jugendliche (15 bis 21) tranken oft zusammen Alkohol, rauchten Joints und chatteten mit Smartphones. Doch am 1. Oktober 2014 eskalierte ihr Treffen, es endete für den 15-Jährigen tödlich. Die anderen drei quälten ihn, der Älteste der Gruppe erstach ihn auf einem Sportplatz. Die Große Jugendkammer des Landgerichts verurteilte den 21-Jährigen wegen Mordes zu achteinhalb Jahren Haft.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er und die anderen beiden, 18 Jahre alt, den Jungen zunächst zusammengeschlagen hatten. Später erstach der 21-Jährige ihn mit 27 Stichen in den Hals. Der Vorsitzende Richter Christian Zorn: "Das war Mord zur Verdeckung einer Straftat."

Warum es zu der Gewalttat gegen das jüngste Mitglied der Clique kam, blieb im Prozess unklar. Schon mit den Schlägen und Tritten gegen den Kopf hätten die jungen Leute tödliche Verletzungen ihres Opfers in Kauf genommen, sagte Zorn. Deshalb hätten sich alle drei auch wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht.

Die Kammer verurteilte ein 18-jähriges Mädchen zu zwei Jahren Jugendstrafe, ein 18-Jähriger wird in der Psychiatrie untergebracht. Er habe sich auch der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht. Der Haftbefehl gegen die 18-Jährige wurde aufgehoben, damit sie sofort eine Therapie beginnen kann. Darüber muss sie dem Gericht regelmäßig berichten. Zorn: "Sie muss vor weiterem exzessiven Cannabisgebrauch bewahrt werden."

Als der Richter das Strafmaß verkündete, senkten die Angeklagten ihre Köpfe und zogen Kapuzen und Sweatshirts vor ihre Gesichter. Fast regungslos verharrten sie, nur dem 18-Jährigen sah man an den Bewegungen des Oberkörpers an, dass er von Weinkrämpfen geschüttelt wurde.

Das Gericht hat die Smartphones der Angeklagten und ihre Beiträge in sozialen Netzwerken ausgewertet. "Da wird ausufernd und beliebig kommuniziert." Ihr Opfer hatten die Angeklagten gefilmt, diese Videoclips schaute sich das Gericht an. In der Hauptverhandlung hatten die Beschuldigten nichts zugegeben, sondern Erklärungen über ihre Anwälte abgegeben. "Dabei versuchten sie zum Teil, den eigenen Tatbeitrag zu schönen", sagte Zorn.

Das Gericht befand, alle drei Täter hätten Persönlichkeitsstörungen. Der 21-Jährige sei aber im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen, als er den 15-Jährigen erstach. Zorn: "Er wird deshalb eine langjährige Jugendstrafe verbüßen müssen." Die beiden Männer müssen zudem 10.000 Euro Schmerzensgeld nebst Zinsen an die Eltern des Opfers zahlen.

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