Zwei Mitarbeiterinnen der Kunsthalle gewannen Bürgermeisterwahlen

Zwei Mitarbeiterinnen der Mannheimer Kunsthalle gewannen innerhalb eines guten Jahres Bürgermeisterwahlen. Sie siegten in zwei benachbarten Gemeinden im Kreis Schwäbisch Hall.

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Mit „innovativen Impulsen“ möchte sich die Kunsthalle Mannheim eigentlich im „Netzwerk der Kunstmuseen“ etablieren. Das Selbstverständnis der Institution in der Kurpfalz, wie es von deren Direktorin Ulrike Lorenz formuliert wurde, hat eine klammheimliche Erweiterung erfahren. Die städtische Galerie scheint eine Kaderschmiede für Bürgermeisterinnen geworden zu sein. Innerhalb eines guten Jahres wechselten zwei Mitarbeiterinnen auf Chefsessel in baden-württembergischen Rathäusern. Und, welch ein Zufall: Die beiden Frauen fuhren ihre triumphalen Wahlsiege in benachbarten Gemeinden des Kreises Schwäbisch Hall ein.

Den Anfang machte 2015 Petra Weber. Die damals 48 Jahre alte Kandidatin um die Nachfolge von Klaus Köger, des Bürgermeisters von Blaufelden, leitete in der Kunsthalle die Finanz- und Personalabteilung. Die Diplom-Verwaltungswirtin ohne Parteibuch siegte im ersten Anlauf mit 88 Prozent. Die neue Bürgermeisterin war allerdings keine Fremde für die über 5000 Einwohner von Blaufelden, stammt sie doch aus Satteldorf, das nicht gar so weit entfernt etwas südlich liegt.

Petra Weber war die Vorgesetzte jener Jacqueline Förderer, die am vergangenen Sonntag im Nachbarort Schrozberg mit fast 70 Prozent vier Gegenkandidaten deklassierte. Die 28-jährige Teamleiterin, derzeit noch zuständig für Kassenwesen und Personalbetreuung, hat zwar eine Oma in Hohenlohe, war auch als Kind in den Ferien mal in der Gegend, aber ansonsten lassen sich die 6000 Schrozberger auf ein Experiment mit einer Fremden ein. Immerhin kann sie eine Ausbildung als Betriebswirtin der Kommunalwirtschaft vorweisen.

Bevor sie ihre Bewerbungsunterlagen im Schrozberger Rathaus abgab, wurde Jacqueline Förderer bei Bürgermeisterin Weber vorstellig. Wie schon früher in Mannheim hat die Ex-Kollegin sie „inspiriert und ermutigt“. Petra Weber saß schon nach kurzer Zeit fest im Sattel. Kenner der Kommune bescheinigen ihr ordentliche Arbeit: „Sehr kompetent, sehr taff.“ Ihre Tipps haben offenbar beim Wahlsieg in Schrozberg geholfen. Die neue Bürgermeisterin tritt ihr Amt am 1. Juli an.

Die Kunsthalle wird trotz des doppelten Abgangs weiterhin von Frauen dominiert. Das Direktorium ist ebenso rein weiblich wie die Kunstvermittlung. Von zehn Beschäftigten des wissenschaftlichen Bereichs sind sechs Frauen. Gibt es darunter vielleicht weitere Aspirantinnen für einen Bürgermeisterposten? Nein, winkt Förderer ab, es gebe niemand mit einer passenden Ausbildung. Dabei versteht sich die Kunsthalle als „modernes Dienstleistungsunternehmen“. Für ein Rathaus gilt dies heutzutage auch – nicht nur in Hohenlohe. 

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