Zugunfälle an Bahnübergängen - eine Übersicht

Züge, die Autos oder Fußgänger erfassen: Solche Unglücke sind schrecklich, doch leider passieren sie immer wieder. Nun in Kellmünz. Eine Übersicht von Unfällen an beschrankten und unbeschrankten Bahnübergängen in Baden-Württemberg und Bayern aus den vergangenen Jahren.

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17. Juli 2013
Zugunglück bei Kellmünz auf der Strecke zwischen Ulm und Memmingen: Eine Regionalbahn kollidiert an einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Auto. Der Triebwagen springt aus den Gleisen und kippt in einem Garten um. 13 Personen werden verletzt, ein Fahrgast wird aus dem Zug geschleudert.

2. Juli 2013
Eine 41-jährige Mutter und ihr vierjähriger Sohn geraten mit dem Auto an einem Bahnübergang nahe <strong>Erbach</strong> auf die Gleise. Weil die Sonne blendet, übersieht die Frau, dass sich die Halbschranken geschlossen haben, sie lenkt nach links - und das Auto prallt mit einem Regionalexpress zusammen. Mutter und Kind werden leicht verletzt.

23. Januar 2013
Eine 21-jährige Autofahrerin wird in <strong>Günzburg-Wasserburg</strong> verletzt, als ein Güterzug auf die Beifahrerseite ihres Autos prallt und es etwa 120 Meter mitschleift. Sie überquert den unbeschrankten, mit einem Andreaskreuz beschilderten Bahnübergang trotz des heranfahrenden Zuges, weil sie ihn wohl wegen Nebels und zum Teil vereister Fahrzeugscheiben übersieht.

17. Januar 2013
Glücklicherweise geschieht kein Unfall, eine "technische Störung" bleibt ohne Folgen: Ein Güterzug steht in <strong>Nersingen </strong>auf dem Bahnübergang - und die Bahnschranken sind währenddessen geöffnet.

27. Dezember 2012
Drei Mädchen überqueren in Günzburg bei Regen zu Fuß einen Bahnübergang, zwei von ihnen sterben, nachdem sie von einem Regionalzug erfasst werden. Der Bahnübergang ist für Fußgänger mit Umlaufsperre, Andreaskreuz und Warnlicht gesichert. Warum die Mädchen verunglückten, bleibt unklar.

2. September 2012
Eine 50-Jährige überquert in ihrem Auto einen unbeschrankten Bahnübergang in Bad Urach trotz Rotlichts. Ein Triebwagen der Ermstalbahn erfasst das Auto vorne, obwohl der Zugführer noch eine Gefahrenbremsung durchführt. Die Frau fährt mit ihrem Auto weiter, wird später jedoch von der Polizei gestellt. Niemand wird verletzt.

27. Juli 2012
Ein Regionalexpress kollidiert auf einem mit Halbschranken gesicherten Bahnübergang in <strong>Wannweil (Kreis Reutlingen) </strong>mit dem Hänger eines Lastwagens. Der Hänger wird weggeschleudert, der Zug kommt nach hundert Metern zum Stehen. Lokführer, Lastwagenfahrer und sieben Passagiere werden leicht verletzt. Unglücksursache: Dem Fahrer, der mit seinem Lkw den Übergang überquert, kommt ein Traktor entgegen. Wegen der engen Passage muss er halten, der Anhänger steht auf den Schienen, die Schranken senken sich und klemmen den Hänger ein.

22. Januar 2012
Das Auto eines 75-Jährigen bleibt bei einem Wendemanöver auf den Schienen an einem Bahnübergang bei Geisingen (Kreis Tuttlingen) im Schotter stecken. Ein Anwohner rettet den Mann aus dem Wagen, bevor ein Regionalzug heranfährt. Der Zug, in dem hunderte Narren sitzen, die den Narrensprung in Konstanz besucht haben, rammt das Auto und schleift es mit. Das Auto fängt Feuer.

14. September 2011
Eine 77-jährige Frau will in ihrem Auto einen Bahnübergang in Nersingen überqueren, als sich die Schranken senken und aus Richtung Ulm ein Zug mit hoher Geschwindigkeit naht. Zeugen erkennen die gefährliche Situation fordern die Fahrerin auf, ihr Auto zu verlassen. Kaum hat sie den Gefahrenbereich verlassen, knallt der ICE trotz einer vom Lokführer eingeleiteten Notbremsung mit knapp Tempo 160 gegen das Auto. Der Wagen, der sofort in Flammen aufgeht, wird 800 Meter weit mitgeschleift. Die Autofahrerin und die 350 Fahrgäste im Zug bleiben unverletzt.

3. Dezember 2010
Ein Zug naht heran, laute Warnsignale ertönen. Doch eine 71-Jährige fährt in ihrem Auto auf einen unbeschränkten Bahnübergang in Engstingen (Landkreis Reutlingen). Die Schnellbremsung des Lokführers kann die Kollision mit dem Auto nicht mehr verhindern. Vier Monate später wird die Frau wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr zu einer Geldstrafe verurteilt. Sie habe das Autoradio angehabt und sei durch die tief stehende Sonne geblendet gewesen, erklärt ihr Verteidiger im Gericht.

31. Oktober 2010
Eine 27-jährige Frau wird nachts in <strong>Illertissen</strong> von einem Regionalzug erfasst und stirbt an ihren Verletzungen. Warum sie den Bahnübergang betrat, als die Halbschranken geschlossen waren, bleibt unklar.

18. Oktober 2010
Ein Mann betritt einen Bahnübergang in Ulm, obwohl die Halbschranken wegen eines anfahrenden Regionalexpresses geschlossen sind. Der Zug streift den Mann und schleudert ihn auf die Straße zurück.
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Zugunfall in Kellmünz

In Kellmünz (Kreis Neu-Ulm) kracht ein Regionalzug in ein Auto, entgleist und kippt in einen Garten. 13 Menschen werden verletzt, drei von ihnen schwer. Wie konnte es zu dem Unglück mit Millionenschaden kommen?

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