Zu Unrecht erworben: Bibliothek gibt Wagner-Buch zurück

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Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen gibt ein zur NS-Zeit unrechtmäßig erworbenes Buch mit Briefen Richard Wagners zurück. Das teilte die Bibliothek am Dienstag in Bremen mit. Das 420 Textseiten starke Buch aus dem Jahr 1915 enthalte Briefe des Komponisten an seine Muse Mathilde Wesendonck. Es gehörte Fanny Mann aus Ulm und war von der damaligen Staatsbibliothek Bremen im Rahmen der sogenannten Juden-Auktion gekauft worden.

Fanny und Siegfried Mann waren Juden, die nach der Pogromnacht im November 1938 in die USA flohen. Ihr Umzugsgut verschifften sie über Hamburg und Bremen. Der Bremer Teil wurde von der Gestapo beschlagnahmt und später versteigert. Die Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) Bremen begann 1991 nach eigenen Angaben als erste Bibliothek in Deutschland mit der Prüfung ihres Bestandes nach NS-Raubgut.

Das Buch war bereits in den 90er Jahren bei Recherchen entdeckt worden. Allerdings habe das Autogramm damals keine Hinweise gegeben, wer Fanny Mann gewesen sei, teilte die Bibliothek weiter mit. Erst im vergangenen Jahr habe bei einer erneuten Überprüfung ihre Identität geklärt werde können. Auf Wunsch der Familie werde das Buch nun dem Dokumentationszentrum in Ulm übergeben.

Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

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