Wolf: Schul-Defizite rasch anpacken

Das grün-rote Vorzeigeprojekt der Gemeinschaftsschule hat aus Sicht der CDU Kratzer. Mängel müssten deshalb schleunigst behoben werden.

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CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf (CDU) hat Kultusminister Andreas Stoch (SPD) aufgefordert, noch vor der Landtagswahl im März Defizite der Gemeinschaftsschule zu beheben. "Stoch darf nicht länger mauern und die Mängel dieser Schulart unter den Teppich kehren", sagte Wolf. "Da sind doch Kinder betroffen."

Die von Grün-Rot eingeführte Gemeinschaftsschule ist der Union ein Dorn im Auge, weil sie einen nach Leistung differenzierten Unterricht nicht zulasse. Statt die von Wissenschaftlern in einem Bericht über den Unterricht an einer Gemeinschaftsschule in Tübingen aufgelisteten Schwachstellen aufzuarbeiten, habe der Minister Nebenkriegsschauplätze eröffnet, rügte Wolf. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte im August über die Teilergebnisse berichtet.

Stoch hatte sich gerichtlich gegen eine Aussage gewehrt, ihm liege der Bericht vor. Demzufolge hat sich dort die zentrale Idee des individuellen Lernens als ineffektiv herausgestellt. Zudem fehle den Lehrern der Überblick über den Leistungsstand der Schüler, und die Bewertungen der Schüler seien fragwürdig. Aus Sicht des Ministeriums ist der Zwischenbericht über nur zwei von insgesamt 24 Gruppen an der Tübinger Vorzeigeschule nicht repräsentativ. Deshalb seien daraus noch keine generellen Schlüsse zu ziehen. Stoch will damit warten, bis der Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitforschung an zehn Gemeinschaftsschulen Mitte 2016 veröffentlicht ist.

271 Gesamtschulen gibt es im Südwesten. Im Fall eines Machtwechsel will die CDU die bestehenden "Schulen für alle" erhalten, aber keine weiteren genehmigen.

Die Grünen warfen Wolf einen Wahlkampf mit Falschaussagen auf dem Rücken der Betroffenen vor. Fraktionsvize Sandra Boser teilte mit, dass die Handlungsempfehlungen längst umgesetzt seien. Sie forderte eine "sachliche Debatte über die Umsetzung der Schulart, die bei Eltern und Kindern genauso gut ankommt wie etwa bei CDU-geführten Kommunen".

Im Streit mit der "FAZ" will das Ministerium gerichtlich feststellen lassen, dass es - anders als von dem Blatt behauptet - den Teilbericht nicht vorliegen habe. Die "FAZ" habe den Sachverhalt nicht richtig gestellt, sagte ein Sprecher Stochs. Deshalb sei im November Klage eingereicht worden.

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