Wolf und Strobl schwören Basis ein CDU-Treffen zwischen Frust und Offenheit

In Schorndorf müssen sich die CDU-Chefs Wolf und Strobl einiges von der Basis anhören. Vielen widerstrebt die Rolle als Juniorpartner der Grünen.

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Mit einem demonstrativen Schulterschluss haben der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl und Fraktionschef Guido Wolf ihre Parteibasis auf eine grün-schwarze Regierung eingeschworen. "Optimismus ist Pflicht", sagte Strobl nach einer nicht öffentlichen Basiskonferenz des Bezirksverbandes Nordwürttemberg. Die Mitglieder debattierten das schlechte Abschneiden bei der Wahl im März. Die Stimmung in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) schwankte Teilnehmern zufolge zwischen Enttäuschung und Frust einerseits und Offenheit andererseits für das geplante grün-schwarze Bündnis.

Viele Christdemokraten des 20 000 Mitglieder starken Verbandes beklagten, dass es der Partei an einem klaren Profil fehle: "Wofür steht die CDU noch?" Ein Bündnis mit den Grünen sei eine Zumutung für die CDU, sagten einige. "Ich rechne keinesfalls mit einer Austrittswelle", sagte Strobl. Von einer "positiven Unruhe" in den Reihen sprach Wolf. Die CDU sei eine "diskutierende Partei", die sich der neuen Lage stelle, meinte er.

Der Analyst Nico Lange von der Konrad-Adenauer-Stiftung forderte die Partei auf, aus den Fehlern zu lernen und sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen. "Die CDU Baden-Württemberg hat so getan, als würden ihr die Wähler und das Land gehören", kritisierte er. Problematisch sei auch gewesen, dass sich die CDU im Land und im Bund nicht geschlossen präsentiert habe, sagte Lange. Die Grünen haben sich dagegen geschlossen gezeigt und alte CDU-Tugenden besser vertreten als die CDU selbst", meinte er.

Bei der Abstimmung hatten die Christdemokraten in ihrem Stammland mit 27 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte geholt. Die Ursache sahen Experten auch in der mangelnden Strahlkraft Wolfs. Nach wochenlanger Kritik und teils deutlichen Rücktrittsforderungen sei das "Wolf-Bashing" aber nun beendet, meinte Lange.

Mut sprach den Christdemokraten erneut ihr ehemaliger Ministerpräsident Günther Oettinger zu: Er glaube an eine starke Koalition. Zwischen Regierungschef Kretschmann und Strobl werde eine gute Vertrauensbasis aufgebaut, sagte der EU-Kommissar. Er hatte schon 2005 Gespräche mit den Grünen geführt, ehe es dann doch - auch wegen erheblicher Widerstände in der CDU - zur Fortsetzung der Koalition mit der FDP kam.

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