„March for Science“: Tausende gehen für Wissenschaft auf die Straße

|
Demonstration „March for Science“. Foto: Patrick Seeger

Mehrere tausend Forscher und Studenten haben in Baden-Württemberg für die Freiheit der Wissenschaft demonstriert. Sie nahmen am Samstag am internationalen „March for Science“ teil. In Freiburg gingen nach Angaben der Polizei rund 2500 Menschen auf die Straße. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie „Für Fakten gibt es keine Alternative“. In Stuttgart waren es nach Angaben der Organisatoren 400 Teilnehmer - die Polizei sprach hier von 250 Demonstranten. In Tübingen waren es mindestens 1500 Teilnehmer, und in Heidelberg nach Angaben der Polizei rund 1000. Der „Science March“ ist eine internationale Aktion für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung. Demonstriert wird gegen „alternative Fakten“ und gegen Populismus. Weltweit waren Aktionen in rund 500 Städten angemeldet.

March for Science

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

22.04.2017 20:39 Uhr

Antwort auf „Zutiefst einfältiger Protest”

Nicht nachzuvollziehen ist deshalb, wie nicht allein im Südwesten der Republik Tausende angeblich für die Wissenschaft auf die Straße gehen, ohne auch nur im Geringsten dazu befähigt zu sein, das besagte Problem eines seit längerem versperrten Diskurses (Baethge, M.; Oberbeck, H.: Zukunft der Angestellten, Frankfurt/New York, 1986, S. 413) lösen zu können. Hätten die heutigen Demonstranten wenigstens Ansatzpunkte für den Bruch mit dem Taylorismus identifiziert (D'Alessio, N.; Oberbeck, H.; Seitz, D.: "Rationalisierung in Eigenregie". Ansatzpunkte für den Bruch mit dem Taylorismus bei VW, Hamburg, 2000), bestünden begründete Aussichten darauf, die eingespielten Wahrnehmungs- und Denkweisen zu überwinden. Wenn man so will, lässt sich daher resümieren, dass in der Tat weltweit kein wirkliches Interesse daran besteht, den gestellten Anforderungen zu genügen, sondern offenkundig immer noch Unsummen an Geldern für die Reproduktion leeren Geredes aufgewandt werden.

Antworten Kommentar melden

22.04.2017 11:00 Uhr

Zutiefst einfältiger Protest

Insofern der je individuelle Genius ohne eine leistungsfähige Arbeitsorganisation nachweislich keinerlei Erkenntnisfortschritt erbringen kann, sind zuvörderst diejenigen ihrer Formen in den Blick zu nehmen, die von vornherein geistige Arbeit unmöglich machen. "Über tayloristische Arbeitsorganisation braucht man in diesem Zusammenhang kein Wort verlieren. Sie zerstört systematisch die Subjektivität der Arbeitskräfte, die für Wissensarbeit eine unerlässliche Voraussetzung bildet" (Baethge, M.: Ordnung der Arbeit - Ordnung des Wissens, in: SOFI-Mitteilungen Nr. 32, Dezember 2004, S. 17). Der heute in etlichen Städten Baden-Württembergs stattfindende "March for Science" weist demnach erhebliche Blindstellen auf. Lediglich eine etwaige Kürzung der staatlichen Förderung von Forschungsvorhaben an den Hochschulen insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika zu beklagen und dabei zugleich die Augen vor den wahren Problemen von hiesig außeruniversitär tätigen Einrichtungen zu verschließen, könnte somit einfältiger nicht sein.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Das Donauufer soll schöner und sicherer werden

Das Donauufer soll schöner und sicherer, der Fluss erlebbarer  werden. Die Stadträte drücken aufs Tempo und setzen sich gegen die Verwaltung durch. weiter lesen